Die Entscheidung über den Gerenzwert des Flammhemmers DecaBDE hat Auswirkungen auf zahlreiche Branchen.
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Grenzwertänderung Neue Grenzwerte für den Flammhemmer DecaBDE

Vorschriften für persistente organische Schadstoffe (POP-Stoffe) sollen verschärft werden

Vertreter des Europäischen Parlaments, des Rats und der Kommission einigten sich im Rahmen ihrer „Trilogverhandlungen“ auf neue Grenzwerte für das Flammschutzmittel DecaBDE und andere bromierte Diphenylether. Die neue Verordnung soll sich stärker an die EU-Rechtsvorschriften für Chemikalien angleichen. Auswirkungen hat die Neuregelung vor allem auf das Recycling von Kunststoffen aus Elektro- und Elektronikaltgeräten.

Bei Recyclingunternehmen sorgt diese Entscheidung für Unmut. Der bisherige Grenzwert für die Kunststoffgewinnung aus Elektro- und Elektronikaltgeräten soll ohne wissenschaftliche Grundlage beinah halbiert werden (1000 ppm / 550 ppm). Laut bvse-Referent Dr. Thomas Probst werde der neue Grenzwert das gewünschte Recycling von Kunststoffen aus E-Schrott weiter erschweren. „Die Recyclingquote wird weiter sinken und noch mehr Plastik muss thermisch entsorgt werden. Mit den in der Praxis etablierten Messtechniken wird es schwierig, den neuen Grenzwert sicher einzuhalten“, so der Kunststoffexperte weiter.

Innerhalb des Verfahrens werden Kunststoffe aus den Elektro- und Elektronikaltgeräten durch spezialisierte Recycler aufgetrennt. Die Einheit, im Zusammenhang mit Flammhemmern, wird dabei thermisch verwertet und der Rest, der nur geringe Anteile an bromierten Flammhemmern enthalten darf, wird als Rezyklat weiterbearbeitet.

Der Ratsvorsitz hat bereits vereinbart, das Flammschutzmittel DecaBDE in die Stoffliste aufzunehmen. Des Weiteren wurde der Wert für unbeabsichtigte Spurenverunreinigung auf 10 mg/kg festgelegt – sofern DecaBDE in Erzeugnissen enthalten ist. Der unbeabsichtigte Spurenkontaminationswert für die Summe aller bromierten Diphenylether (BDEs) wurde außerdem auf 500 mg/kg festgelegt, wenn diese in Gegenständen und Mischungen enthalten sind.

Quellen

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