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Abfallbesitzer

Laut KrWG (§ 3 Abs. 9) „ist jede natürliche oder juristische Person, die die tatsächliche Sachherrschaft über Abfälle hat“ ein Abfallbesitzer. Wie die Person zum Besitz des Abfalls gekommen ist – wissentlich oder willentlich – ist irrelevant. Die illegale Entsorgung von Abfall auf einem Grundstück bspw. macht den Eigentümer des Grundstücks damit zwangsläufig zum Abfallbesitzer. Wenn der Abfallbesitzer Dritte mit der Entsorgung beauftragt, bleibt seine „Verantwortlichkeit für die Erfüllung der Pflichten“ davon „unberührt und so lange bestehen, bis die Entsorgung endgültig und ordnungsgemäß abgeschlossen ist“. (KrWG § 22)

Abfallbilanz

Art, Menge und Verbleib der verwerteten oder beseitigten Abfälle innerhalb eines Unternehmens, einer Organisation oder Behörde werden in der Abfallbilanz dargestellt. Abfallerzeuger, die jährlich mehr als eine bestimmte Menge von überwachungsbedürftigen Abfällen produzieren, müssen in Deutschland nach Vorschrift des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes (KrWG, AbfG) eine Abfallbilanz erstellen. Sollten Abfälle beseitigt worden sein, müssen Angaben darüber gemacht werden, warum diese nicht verwertet, sondern beseitigt wurden. Oft ist die Abfallbilanz Basis für die Erstellung eines Abfallwirtschaftskonzeptes und muss auf Verlangen der Behörden vorgelegt werden.

Abfallerzeuger

Laut KrWG (§ 3 Abs. 8) wird unter dem Begriff Abfallerzeuger „jede natürliche oder juristische Person, durch deren Tätigkeit Abfälle anfallen (Ersterzeuger)“ verstanden. Eine Person, „die Vorbehandlungen, Mischungen oder sonstige Behandlungen vornimmt, die eine Veränderung der Beschaffenheit oder der Zusammensetzung dieser Abfälle bewirken“ ist laut KrWG ebenfalls Abfallerzeuger (Zweiterzeuger). Der Abfallerzeuger muss seine gesetzlichen Pflichten kennen, den unterschiedlichen Abfallverordnungen Folge leisten und somit den (Entsorgungs-) Weg der (insbesondere gefährlichen) Abfälle lückenlos nachweisen können.

Abfallhierarchie

Der Begriff Abfallhierarchie bezeichnet die Abstufung bei der Behandlung von Abfällen. Die bis 2008 dreistufige Abfallhierarchie „Vermeiden, verwerten, beseitigen“ wurde mit der Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG der Europäischen Gemeinschaft durch das fünfstufige Modell „Vermeidung, Vorbereitung zur Wiederverwendung, Recycling, sonstige Verwertung, Beseitigung“ ersetzt. Wesentlicher Grundgedanke der fünfstufigen Abfallhierarchie ist die Priorisierung von einerseits Vermeidung und andererseits Verwertung sowie des Umweltschutzes bei der Behandlung von Abfällen. Besonders im Umgang mit gefährlichem Abfall liegen erhöhte Umweltrisiken vor. Im Leitfaden zur Anwendung der Abfallhierarchie hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) alle wichtigen Regelungen, die EU-rechtlich und im Sinne des KrWG gelten, noch einmal zusammengefasst.

Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG (AbfRRL)

Die von der Europäischen Gemeinschaft erlassene Abfallrahmenrichtlinie trat im Dezember 2008 mit dem Ziel in Kraft, durch die Definition von Schlüsselbegriffen und Maßnahmen zur Abfallverwertung als zentrales Regelwerk der europäischen Abfallwirtschaft zu fungieren. Die Ergänzung der bisherigen Abfallrahmenrichtlinie um Bestimmungen zur Altölbeseitigung und über gefährliche Abfälle dient der Vereinheitlichung und Vereinfachung des Abfallrechts in Europa. Die europäische Verordnung ist als Maßgabe zur Gestaltung und Umsetzung national geltenden Abfallrechts für die EU-Mitgliedsstaaten zu verstehen. Die Einordnung bzw. Überführung der EU-rechtlichen Bestimmungen ist das in Deutschland geltende Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG).

Abfallregister

Abfallregister sind Sammlungen sämtlicher erforderlicher, abfallrechtlicher Nachweise für die Entsorgung gefährlicher Abfälle. Zur Registerführung verpflichtet sind alle Erzeuger, Besitzer, Einsammler, Beförderer und Entsorger gefährlicher Abfälle. In welcher Art und in welchem Umfang die Abfallregister zu führen sind, ist in der Nachweisverordnung (NachwV) gesetzlich festgeschrieben. Die Aufbewahrungsfrist für alle im Abfallregister geführten Dokumente beträgt mindestes 3 Jahre und beginnt zum Zeitpunkt der Erfassung. Die Registerpflicht ist nicht gleichbedeutend der Nachweispflicht. Die (NachwV) verlangt eine umfassende Dokumentation der Entsorgungsvorgänge. Neben der grundsätzlichen Registerpflicht für gefährliche, nachweispflichtige Abfälle gilt diese auch für gefährliche, nicht nachweispflichtige Abfälle. Seit dem 1. April 2010 ist die Führung des Abfallregisters in elektronischer Form (eANV) vorgeschrieben.

Abfallschlüssel

Abfallerzeuger und -besitzer müssen ihren Abfall vor der Entsorgung korrekt bezeichnen und dokumentieren. Rechtliche Grundlage bildet hierbei die Abfallverzeichnisverordnung (AVV). Dazu gehört neben der genauen Bestimmung der Abfallart und des Entsorgungsweges auch die Einstufung des Abfalls in gefährlich und nicht gefährlich. Maßgebend ist dabei der Abfallschlüssel. Jedem Abfall wird gemäß der Abfallschlüssel der AVV eine sechsstellige, aus drei Zahlenpaaren zusammengesetzte, Abfallschlüsselnummer (ASN) zugewiesen. In Europa existiert dafür ein einheitliches System; alle gültigen Abfallschlüssel sind, nach 20 Kapiteln gegliedert, im Europäischen Abfallverzeichnis verankert. Die Abfallschlüssel für Abfälle, die als gefährlich im Sinne § 48 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes gelten, sind mit einem Asterisken (*Sternchen) gekennzeichnet.

Abfallstrom

Der Begriff Abfallstrom ist gleichbedeutend dem Begriff Abfallart. Aus abfallwirtschaftlicher Sicht ist eine korrekte Differenzierung der verschiedenen Abfallarten (Abfallströme) notwendig. Gemäß den Vorgaben der Abfallverzeichnisverordnung (AVV) wird jedem Abfall eine Abfallart zugeordnet, die sich aus der Abfallbezeichnung sowie einem sechsstelligen Abfallschlüssel zusammensetzt. Insgesamt gibt es 842 definierte Abfallarten. Den mengenmäßig größten Abfallstrom macht in Deutschland mineralischer Abfall (Bau- und Abbruchabfälle) mit über 275 Mio. t pro Jahr aus. Abfallströme werden von der Abfallwirtschaft gesteuert. Dabei gilt es unnötige Abfallströme zu vermeiden und unvermeidbare Abfallströme gezielt in geeignete Prozesse zur Wiederverwendung, Verwertung oder Beseitigung zu lenken. Die Überwachung erfolgt dabei von der Entstehung der Abfälle über den Transport bis hin zu den Entsorgungsanlagen.

Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV)

Die Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) kategorisiert und katalogisiert Abfälle im Hinblick auf ihre Überwachungsbedürftigkeit. Sie stellt die nationale Überführung des Europäischen Abfallverzeichnisses (EAV) dar und übernimmt damit die einheitliche Terminologie für Abfälle und die Abfallwirtschaft im Allgemeinen, die durch die Beschlüsse der Europäischen Gemeinschaft vorgegeben wurde. In der AVV wird die Einstufung von Abfällen als „gefährlich“ von der Herkunft abhängig gemacht und nach Gefährlichkeitsmerkmalen, den sog. „H-Kriterien" vorgenommen. Auf die Qualität (Analysewerte) des einzelnen Aballes hebt die AVV nicht ab. Sie besteht aus drei Paragraphen und einem Abfallverzeichnis (Anlage), das 842 Abfallarten auflistet. Alle Abfälle sind mit einer Abfallschlüsselnummer versehen. Gefährliche Abfälle sind explizit mit einem * nach der Abfallschlüsselnummer gekennzeichnet.

ADDISweb (Abfalldeponiedaten-Informationssystem)

Das Abfalldeponiedaten-Informationssystem (ADDISweb) ist ein webbasiertes System der Deponieselbstüberwachung in Nordrhein-Westfalen. Das Bundesland verfügt über 400 der insgesamt 1100 Abfalldeponien in Deutschland. ADDISweb verwaltet die Stamm- und Überwachungsdaten aller Deponien, die in der Ablagerung, Stilllegung oder Nachsorge entstehen. Die im System eingetragenen Daten dienen den Deponiebetreibern als Grundlage ihrer Jahresberichte. Zudem können Daten, die nach Umweltstatistikgesetz zu melden sind, auf freiwilliger Basis übermittelt werden.

ADR (Europäische Gefahrgutverordnung)

Das ADR ist die Abkürzung (Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route) zur Bezeichnung des Europäischen Übereinkommens über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße. Dieses Regelwerk enthält Verordnungen zur Klassifizierung, Verpackung, Kennzeichnung und Dokumentation gefährlicher Güter. Außerdem legt es den Umgang mit dem Gefahrgut während der Beförderung fest und enthält Bestimmungen für die zum Transport verwendeten Fahrzeuge. Die aktuelle Fassung des ADR vom 3. Januar 2018 wird online vom Bundesanzeiger Verlag zur Verfügung gestellt.

Aerosol

Der Begriff Aerosol („aer“ = Luft, „solutio“ = Lösung) ist die Bezeichnung für ein Gemisch aus flüssigen und/oder festen Schwebeteilchen in der Luft. Aerosolpartikel sind Bestandteile unserer Erdatmosphäre, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Organische Anteile stellen hier z. B. Pollen, Bakterien und Viren dar. Anorganische Anteile sind bspw. durch Erosion entstandener Wüstenstaub oder vulkanische Asche. Vom Menschen verursachte Beispiele für Aerosole sind Verbrennungsprodukte wie Rauch, Asche oder industriell hergestellte Nanopartikel. Zur Aufbewahrung von Aerosolen dienen in der Industrie Spray- oder Aerosoldosen, die das flüssig-gasförmige Gemisch bzw. Produkt durch einen Pump- und Sprühmechanismus zur Anwendung freigeben.

Altlasten

Mit dem Begriff Altlasten werden Flächen bezeichnet, die durch ihre bisherige Nutzung und daher oft verbunden mit einem Eingriff des Menschen in die Natur, nicht mehr der Mindestqualität entsprechen. Dies gilt nicht nur für Böden, sondern auch für das Grundwasser. Betroffene Flächen sind bspw. ehemalige Standorte der chemischen Industrie, Galvanik oder metallverarbeitenden Gewerbes. Abfälle wurden hier in der Vergangenheit bedenkenlos abgekippt, sodass u. a. Öle, Säuren und Teer zur Kontamination des Bodens beitrugen. Das fehlende Umweltbewusstsein führt in der Konsequenz zu vielfältigen Problemen. So enthalten die nicht ordnungsgemäß entsorgten Abfälle mitunter gefährliche Stoffe, wie z. B. Kohlenwasserstoffe oder Schwermetalle, die eine Gefahr für das Trinkwasser und die Bodenqualität darstellen.

Altöl

Der Begriff Altöl bezeichnet gebrauchtes Öl, dessen Anforderungen für Schmierung und Kühlung nicht mehr genügen. Bei regulärer Nutzung kann sich Öl durch äußere Einflüsse, wie z. B. hohe Temperaturen während der Verwendung, Wasser oder die Vermischung mit Fremdstoffen in seinen Eigenschaften verändern. Das aus Maschinen, Motoren, Getrieben oder Turbinen abgeleitete Altöl ist umweltschädlich und unterliegt daher strengen Umweltschutzbestimmungen. Die Altölverordnung (AltölV) gibt vor, dass Motoren- und Getriebeöle nur von Händlern verkauft werden dürfen, die das entstandene Altöl auch entgegennehmen. Die Entsorgung von Altöl erfolgt entweder über die Wiederaufbereitung zu neuen Schmierstoffen oder Heizöl. Der letzte mögliche Schritt der Entsorgung ist die Beseitigung.

Andienungs-, Überlassungs- und Nachweispflichten

Mit den Begriffen Andienungs-, Überlassungs- und Nachweispflicht werden rechtliche Verbindlichkeiten bezeichnet, die durch das europäische und deutsche Abfallrecht für Wirtschaft, Industrie und Entsorger vorgeschrieben sind. Eine Andienungspflicht liegt z. B. dann vor, wenn gesetzlich vorgeschrieben ist, dass Sonderabfall einer bestimmten Entsorgungseinrichtung angeboten (angedient) werden muss. Landesspezifische Andienungspflichten für gefährliche Abfälle zur Beseitigung gibt es in der Bundesrepublik Deutschland in den Ländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Berlin/ Brandenburg und Bayern. In Rheinland-Pfalz müssen zudem auch gefährliche Abfälle zur Verwertung angedient werden. Eine Überlassungspflicht beschreibt die (physische) Übergabe des Abfalls von Besitzer zu Entsorger und zeigt damit einen Wechsel des zivilrechtlichen Eigentums an. Eine Nachweispflicht bezeichnet die Anzeige und Nachweisführung über die ordnungsgemäße und umweltgerechte Entsorgung gefährlicher Abfälle. Ihr wird bspw. mithilfe des elektronischen Abfallnachweisverfahrens (eANV) Folge geleistet.

Asbest

Die Gruppenbezeichnung „Asbest“ gilt für natürlich vorkommende Mineralfasern. Das aus langen dünnen Fasern bestehende Material wurde aufgrund seiner Eigenschaften wie z. B. Hitzebeständigkeit, chemische Stabilität, hohe elektrische und thermische Isolierfähigkeit, hohe Elastizität, Zugfestigkeit und Wasserlöslichkeit bis 1995 in Deutschland universell eingesetzt. Die höchsten Asbest-Vorkommen verzeichnen Russland, Kanada und Südafrika. Studien aus den 1960/70er Jahren wiesen die tumorerzeugende Wirkung des Stoffes nach. Asbest und Asbestabfälle werden nach europäischem Abfallrecht als gefährlich eingestuft. Bis dahin wurde Asbest für den Baubereich, die Herstellung von Elektrogeräten, die Anfertigung von Straßenbelag sowie die Herstellung von Behältern für Chemikalien verwendet.

Bau- und Abbruchabfälle

Bau- und Abbruchabfälle, auch Baumischabfälle genannt, fallen bei Baumaßnahmen an und bezeichnen ein Gemisch von mineralischen und nicht mineralischen Stoffen. Typische Vertreter dieser Abfallart sind Tapete, Kabel, Rohre, Fenster, Türen sowie Verpackungsmaterial und Kunststoffe. Bei der Entsorgung von Baumischabfällen ist darauf zu achten, dass keine schadstoffhaltigen bzw. gefährlichen Abfälle in den Gemischen enthalten sind. Fassadendämmungen aus Styropor oder Mineralwolle müssen daher bspw. separat entsorgt werden. Laut Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) sind Abfallerzeuger dazu verpflichtet, die anfallenden Abfallmengen direkt vor Ort getrennt und sortenrein zu sammeln.

Bauschutt

Als Bauschutt werden mineralische Abfälle und Baumaterialien wie Beton, Backsteine, Ziegel, Mörtelreste, Fliesen und Keramik bezeichnet. Da diese Materialien recyclingfähig sind, müssen sie getrennt von Baumischabfällen (mineralischen und nicht mineralischen Abfällen) entsorgt werden. Die Trennung gewerblicher Bauabrisse ist durch die Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) geregelt, für private Abrisse gilt diese hingegen nicht. Hierfür ist ein Dienstleister in Anspruch zu nehmen, der die ordnungsgemäße Entsorgung durchführt. Die Kosten für die Entsorgung von Baumischabfällen sind dabei deutlich höher als die für Bauschutt.

Bleibatterien

Bleibatterien, auch Bleiakkumulatoren genannt, sind Speicher für elektrische Energie. Ihre Elektroden bestehen aus Bleidioxid, der Elektrolyt enthält verdünnte Schwefelsäure. Die Masse von Bleiakkus ist im Verhältnis zu ihrem Volumen groß und hat eine geringe Energiedichte. Mit einer Lebensdauer von mehreren Jahren sind sie nicht nur zuverlässig, sondern auch kostengünstig. Neben diesen Vorteilen, weisen Bleibatterien jedoch eine hohe Toxizität auf und wirken ätzend auf organisches Gewebe. Am häufigsten finden sie Verwendung als Starterbatterien für Kraftfahrzeuge oder auch als Energiespeicher für Elektrofahrzeuge.

Bodenaushub/ Erdaushub

Bei Baumaßnahmen ausgehobene Erde, die bei der Erschließung neuer Wohngebiete, Straßen- und Bergbauarbeiten anfällt, wird als Erd- oder Bodenaushub bezeichnet. Bestandteile sind Bodenarten wie Sanderde, Lehmerde, Tonerde und Kies. Einen Sonderfall stellt laut Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodschG) und der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) Mutterboden dar. Der Zustand des Bodens bestimmt auch die Art der Entsorgung bzw. den Entsorgungsweg. Dabei wird in schadstofffreien und kontaminierten Bodenaushub unterschieden. Eine Verunreinigung liegt vor, sobald der Boden mit Wurzeln, Ästen oder Verpackungsmüll durchsetzt ist. Boden, der durch Schwermetalle oder Chemikalien wie Säuren oder Laugen untrennbar verschmutzt ist, gilt als schadstoffbelastet. Nach gründlichem Aussieben kann schadstofffreier Erdaushub uneingeschränkt wiederverwendet werden.

Brutto-Abfallaufkommen

Als Brutto-Abfallaufkommen wird die Abfallmenge bezeichnet, die bei den Betreibern von Abfallentsorgungsanlagen abzüglich der Importe und zuzüglich der Exporte anfällt. Dabei werden alle Abfälle einbezogen, die bereits in anderen Abfallentsorgungsanlagen behandelt wurden (Sekundärabfälle). Das Brutto-Abfallaufkommen betrug 2017 in Deutschland ca. 412,2 Mio. t, 2016 waren es etwa 411,5 Mio. t. Eine besondere Rolle spielen die Bau- und Abbruchabfälle. Mit 222,3 Mio. t machten sie 2017 den größten Teil (53,4 %) des Brutto-Abfallaufkommens aus.

Cadmium

Cadmium ist mit dem Symbol „Cd“ und der Ordnungszahl 48 im Periodensystem gekennzeichnet. Als sehr seltenes chemisches Element wird es ausschließlich als Nebenprodukt bei der Zinkverhüttung gewonnen. Geringe Mengen fallen außerdem beim Recycling von Stahl und Eisen an. Cadmium ist ein weiches Material, das an der Luft durch Oxidation eine Verdunklung der Oberfläche herbeiführt. Aufgrund hoher Toxizität wird der Stoff industriell immer weniger verwendet. Am häufigsten kommt Cadmium als Rostschutz für Eisenwerkstoffe und bei der Herstellung von Halbleitern zum Einsatz. Nickel-Cadmium-Akkus sind noch immer im Umlauf, werden aber zunehmend durch Lithium-Ionen-Akkus ersetzt, da diese nicht giftig sind.

CLP-Verordnung

Die Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen CLP (Classification, Labelling and Packaging of substances and mixtures) geht aus dem Global Harmonisierten System der Vereinten Nationen hervor. Als eine Ergänzung zur Gefahrstoffrichtlinie 67/548/EWG und der REACH-Verordnung stellt sie den freien Verkehr von Stoffen, Gemischen und Erzeugnissen in der EU sicher. Europäische Hersteller, Importeure und nachfolgende Anwender sind durch die Verordnung dazu verpflichtet, Stoffe und Gemische ordnungsgemäß einzustufen, um so Mensch und Umwelt vor möglichen Risiken zu bewahren

Cobalt

Kobalt (fachsprachlich Cobalt) ist ein hartes, blau-gräulich glänzendes Metall. Als chemisches Element ist es mit dem Symbol ‚Co‘ und der Ordnungszahl 27 gekennzeichnet. Kobalt ist ferromagnetisch, zählt zu den sogenannten Übergangsmetallen und besitzt eine hohe Leitfähigkeit für Wärme und Strom. Gewonnen wird Kobalt hauptsächlich aus Kupfer- und Nickelerzen. Das bedeutendste Fördergebiet für den wertvollen Rohstoff liegt in der Demokratischen Republik Kongo. Kobalt ist vielfältig einsetzbar, die größte Nachfrage liegt im Bereich wiederaufladbarer Batterien. Ein normaler Elektroauto-Akku mit 90 kWh bspw. benötigt etwa 13,5 kg Kobalt. Zudem findet das Metall Anwendung in Superlegierungen, Karbiden und Diamantwerkzeugen, Färbemitteln, Magneten und Katalysatoren.

Deklarationsanalyse

Paragraph 3 Absatz 1 der Nachweisverordnung (NachwV) gibt vor, dass ein Entsorgungsnachweis aus vier Teilen besteht: Deckblatt Entsorgungsnachweis, Verantwortliche Erklärung einschließlich Deklarationsanalyse, Annahmeerklärung des Abfallentsorgers und Bestätigung der zuständigen Behörde. Um den Entsorgungsweg zu bestimmen, findet innerhalb der Deklarationsanalyse eine chemische Untersuchung des Abfalls auf verschiedene Parameter statt. Sollte das Verfahren, in dem der Abfall anfällt bekannt oder die Vorbehandlung angegeben sein, und sich daraus Art, Beschaffenheit und Zusammensetzung ergeben, ist keine Deklarationsanalyse nötig.

Deponieklasse (0-IV)

Abfalldeponien bilden die letzte Stufe der im KrWG manifestierten Abfallhierarchie. Diese werden mittels Zuordnungswerten und -kriterien der DepV den Deponieklassen (DK) 0 bis IV zugeordnet. Deponieklasse 0 bezeichnet nicht gefährliche Inertabfälle wie Boden- und Bauabfälle. Gefährliche und nicht gefährliche Abfälle wie Bodenaushub und Asbest gehören zur DK I. DK II kennzeichnet nicht gefährliche und gefährliche, Abfälle wie Straßenaufbruch und Aschen. Sonderabfälle, also gefährliche Abfälle die oberirdisch abgelagert werden können, werden Deponieklasse III zugeordnet. Die Deponieklasse mit den höchsten technischen Anforderungen ist DK IV. Sie umfasst Sonderabfälle, die unterhalb der Erde abgelagert werden müssen und daher eine geologische Barriere zum Untergrund benötigen. Untertage werden so bspw. Filterstäube oder Salzschlacke aus der Zweitschmelze gelagert.

Deponieverordnung (DepV)

Anforderungen an Standort, Errichtung, Betrieb, Stilllegung und Nachsorge von Deponien werden in der Deponieverordnung (DepV) geregelt. Die Maßnahmen der DepV gewährleisten die qualitätsgesicherte Herstellung von Abdichtungssystemen für die Basis- und Oberflächendichtung. Nur Materialien, Komponenten und Systeme, die dem Stand der Technik entsprechen, dürfen für Abdichtungssysteme eingesetzt werden. Des Weiteren regelt die DepV das Erfassen und die Abgabe von Sickerwasser und Deponiegasen. Auch Vorgaben an das Personal, die finanzielle Sicherheit und die Organisation des Deponiebetriebs sind durch die DepV geregelt.

Der Grüne Punkt

Der Grüne Punkt, in vereinzelten Ländern auch nur „Der Punkt“, ist ein weltweit geschütztes Markenzeichen, das Einsatz und Aufdruck auf Verpackungen in vielen europäischen Ländern findet. In Deutschland zeigt es Verbraucherinnen und Verbrauchern seit 1991 an, dass der Hersteller für diese Verpackung die Pflichten der Verpackungsverordnung erfüllt hat. Der Grüne Punkt ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, dass die Sammlung, Sortierung und Verwertung von gebrauchten Verkaufsverpackungen steuert. Ziel der Marke ist es Wertstoffe in geschlossenen Kreisläufen zu halten und so nicht nur wertvolle Umweltressourcen zu schonen, sondern auch das Klima.

Dünnschichtzellen

Dünnschichtzellen sind Solarzellen, die in Solar- und Photovoltaikanlagen verbaut sind. Sie transformieren die Strahlungsenergie der Sonne zu elektrischer Energie. Eine Reihenschaltung von Solarzellen wird als Solarmodul definiert. Anders als mono- oder polykristalline Solarzellen, entstehen Dünnschichtzellen durch die Beschichtung des Trägermaterials mit einem Halbleiter (z. B. Silicium, Cadmiumtellurid etc.) und benötigen daher nur wenig Rohstoff. Das am häufigsten verwendete Material für Dünnschichtzellen ist amorphes Silizium. Die Schichtdicke der Zellen ist ebenso entscheidend. Die Module sind im Vergleich zu anderen nicht nur langlebiger, sondern auch etwa 100 Mal dünner.

ear (Elektro-Altgeräte Register)

Die Stiftung Elektro-Altgeräte Register registriert Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten, stellt Sammelbehälter für die Entsorgung von Elektro- und Elektronikaltgeräten bereit und koordiniert ihre Abholung. Im Zuge der Überführung der EU-Richtlinie zur Reduktion des Elektroschrottaufkommens in nationales Recht wurde die ear von den Produzenten selbst gegründet. 2015 hat das Umweltbundesamt der Stiftung hoheitliche Aufgaben aus dem ElektroG übertragen. Zudem sichert die Stiftung die wettbewerbsgerechte Umsetzung von Garantieprüfungen, die Festlegung kollektiver Herstellergarantiesysteme und die Erfassung der in Verkehr gebrachten Elektro- und Elektronikgeräte

Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG)

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) dient der Regulation und dem Umgang mit Abfallmengen (nicht mehr) gebrauchter oder defekter Elektrogeräte. Das Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten ist am 20.10. 2015 in Kraft getreten und legt den Fokus auf die Wiederverwendung- oder Verwertung der Geräte. Dies steht in direktem Zusammenhang mit den Verantwortungen, die Hersteller, Importeure, Exporteure und Händler von elektronischen Geräten tragen. Bereits die Produktion soll umwelt- und ressourcenschonend erfolgen und demnach auch die Entsorgungs- und Recyclingmöglichkeiten stets im Blick behalten. Durch eine gesetzliche Neuerung im August 2018 fallen nun auch Gegenstände, die fest verbaute Elektroteile aufweisen, unter das ElektroG.

Elektronisches Abfallnachweisverfahren (eANV)

Das elektronische Abfallnachweisverfahren ist seit dem 1. April 2010 für die Entsorgung gefährlicher Abfälle gesetzlich vorgeschrieben. Es stellt die Überwachung der Entsorgung bzw. Verwertung der Abfälle sicher. Nicht nur die Erzeuger, Transporteure, Verwerter und Entsorger gefährlicher Abfälle sind zur Anwendung des Verfahrens verpflichtet. Auch die zuständigen Behörden müssen alle Schritte in der Behandlung der Abfälle mittels sogenannter Nachweise festhalten. Die drei wichtigsten Dokumente des Verfahrens sind der Entsorgungsnachweis, der Begleitschein und ein Übernahmeschein. Damit wird eine fachgerechte und vollständige Entsorgung sichergestellt, die nicht nur währenddessen, sondern auch im Nachgang kontrolliert und überprüft werden kann. Mit der Einführung der qualifizierten elektronischen Signatur 2011 wurde das Abfallnachweisverfahren vollumfänglich eingeführt und digitalisiert.

Elektroschrott

Elektro- und Elektronikaltgeräte werden umgangssprachlich häufig mit dem Begriff ‚Elektroschrott‘ bezeichnet. Gefahrstoffe und Verbindungen wie Quecksilber, Blei und Kadmium, aber auch Halogenkohlenwasserstoffe sind meist in Elektro- und Elektronikgeräten enthalten. Da diese für Mensch und Umwelt ein Risiko darstellen können, wird Elektroschrott in Deutschland in der Regel als gefährlicher Abfall eingestuft und darf daher nicht über den Haushaltsabfall entsorgt werden. Der Handel ist ab einer Ladenfläche bzw. Lagerfläche ab 400 m² zur Rücknahme von Altgeräten verpflichtet. Darüber hinaus sind in den Kommunen für die Gewährleistung einer sicheren und ordnungsgemäßen Entsorgung eigens dafür vorgesehene Sammelstellen eingerichtet.

Entsorgungsfachbetrieb

Dabei handelt es sich um Betriebe, die Abfälle entsorgen und die für ihre Entsorgungstätigkeiten durch eine technische Überwachungsorganisation oder eine Entsorgergemeinschaft als Entsorgungsfachbetriebe zertifiziert worden sind. Eine Entsorgung von gefährlichen Abfällen mit Hilfe eines Entsorgungsfachbetriebs dient dazu, die Gewerbebetriebe hinsichtlich ihrer eigenen Verantwortung für die Entsorgung der bei ihnen anfallenden Abfälle zu entlasten. Nach der Rechtsprechung müssen sich die Gewerbebetriebe bei der Übergabe ihre Abfälle vergewissern, dass das beauftragte Entsorgungsunternehmen hinreichend fachkundig und zuverlässig für die Entsorgung der gefährlichen Abfälle ist. Das wird durch die Beauftragung von Entsorgungsfachbetrieben, die auf eine Entsorgung gefährlicher Abfälle spezialisiert sind, sichergestellt.

Entsorgungsnachweis

Jeder Erzeuger gefährlicher Abfälle benötigt für deren Entsorgung einen Nachweis. Dieser belegt die Zulässigkeit des entsprechenden Entsorgungsweges. Der Nachweis besteht aus 3 Teilen: Deckblatt, Verantwortliche Erklärung und dem Formular der Deklarationsanalyse. Der Nachweisinhaber gibt damit Auskunft über Herkunft, Beschaffenheit und Menge des zu entsorgenden Abfalls. Danach erfolgt die Weiterleitung des Formularsatzes an geeignete Entsorger. Wird der Nachweis von einem Entsorger durch die Annahmeerklärung ergänzt, nimmt der Entsorger den Abfall verbindlich an. Erst dann kann das Dokument vollständig zur Überprüfung an die Behörde übermittelt und der Abfall nach Bestätigung tatsächlich entsorgt werden.

Entsorgungsnotstand

Durch eine große Menge zu entsorgender Abfälle, kann es in der Abfallwirtschaft zu einem sogenannten Entsorgungsnotstand kommen. Viele deutsche Müllverbrennungsanlagen sind gleichmäßig stark ausgelastet und haben bei punktuell auftretendem erhöhten Abfallaufkommen keine weiteren Möglichkeiten, die anfallenden Mengen zu entsorgen. Diese überschüssigen Abfälle wirken sich negativ auf die vorhandenen Lagerungskapazitäten aus. Bei knapp 400 Mio. t Abfall pro Jahr in Deutschland und einer schrumpfenden Anzahl von Deponien kommt es immer häufiger zu Engpässen, die sich anhaltend zu Entsorgungsnotständen ausweiten können. Die Folge sind steigende Entsorgungspreise. Da Bau- und Baumischabfälle mehr als die Hälfte des Abfallaufkommens ausmachen, betrifft dies vor allem die Baubranche.

Erdaushub/ Bodenaushub

Bei Baumaßnahmen ausgehobene Erde, die bei der Erschließung neuer Wohngebiete, Straßen- und Bergbauarbeiten anfällt, wird als Erd- oder Bodenaushub bezeichnet. Bestandteile sind Bodenarten wie Sanderde, Lehmerde, Tonerde und Kies. Einen Sonderfall stellt laut Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodschG) und der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) Mutterboden dar. Der Zustand des Bodens bestimmt auch die Art der Entsorgung bzw. den Entsorgungsweg. Dabei wird in schadstofffreien und kontaminierten Bodenaushub unterschieden. Eine Verunreinigung liegt vor, sobald der Boden mit Wurzeln, Ästen oder Verpackungsmüll durchsetzt ist. Boden, der durch Schwermetalle oder Chemikalien wie Säuren oder Laugen untrennbar verschmutzt ist, gilt als schadstoffbelastet. Nach gründlichem Aussieben kann schadstofffreier Erdaushub uneingeschränkt wiederverwendet werden.

Erneuerbare Energien

Regenerative Energien sind Energiequellen, die im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen, bzw. Energiequellen, unerschöpflich sind. Die wichtigsten erneuerbaren Energieträger sind Wind- und Sonnenenergie. Im Zuge einer nachhaltigen Energiepolitik leisten regenerative Energien einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Ziel ist es, bei der zukünftigen Energieversorgung nahezu gänzlich auf fossile Brennstoffe verzichten zu können. Neben Wind- und Sonnenenergie zählen Meeresenergie, Wasserkraft, Bioenergie (Biomasse) und Geothermie zu den regenerativen Energiequellen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht vor, dass bis zum Jahr 2025 etwa 40-45 % des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien stammen sollen.

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz trat im Jahr 2000 in Kraft und wird seitdem stetig weiterentwickelt. Es dient der Förderung des Stroms aus erneuerbaren Energien und bildet damit ein zentrales Steuerelement für ihren Ausbau. Ziel des EEG ist es, bis 2050 den Anteil der Stromversorgung aus erneuerbaren Energien auf mindestens 80 % zu steigern. Der Schwerpunkt des EEG liegt damit auf Klima- und Umweltschutz und der Entwicklung einer nachhaltigen Energieversorgung. Zudem sollen volkswirtschaftliche Kosten der Energieversorgung verringert, fossile Energieressourcen geschont und die Technologieentwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien vorangetrieben werden.

Europäische Sammelquote

Die Elektro- und Elektronik-Altgeräte-Richtlinie (WEEE-Richtlinie) enthält Sammelziele und spezifische Recycling- und Verwertungsquoten. Seit 2006 ist Deutschland gegenüber der EU-Kommission verpflichtet über die Einhaltung dieser Quoten zu berichten. Seit 2016 gibt die WEEE relative Sammelquoten vor. Der Wert beträgt 45 % des Durchschnittsgewichts der in den drei Vorjahren in Verkehr gebrachten Elektro- und Elektronikgeräte. Ab 2019 müssen 65 % gesammelt werden. Um dieses Ziel zu erreichen ist es wichtig, die sogenannten Haushaltsgroßgeräte wie Waschmaschinen und Kühlschränke, aber auch Fernseher und Monitore besser zu erfassen. Durch das große Gewicht dieser Geräte tragen sie besonders stark zur gewichtsbezogenen Sammelquote bei.

Europäischer Gerichtshof (EuGH)

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) wurde 1952 gegründet und ist das oberste rechtsprechende Organ der Europäischen Union mit Sitz in Luxemburg. Durch den EuGH wird gewährleistet, dass das EU-Recht europaweit angewendet und ausgelegt wird. Jeder EU-Mitgliedsstaat wird im EuGH durch eine Richterin oder einen Richter vertreten. Diese werden von den nationalen Regierungen für 6 Jahre ernannt. Voraussetzung sind vollständige Unabhängigkeit und die Befähigung zur Ausübung höchstrichterlicher Tätigkeiten.

Europäisches Abfallverzeichnis (EAV)

Das Europäische Abfallverzeichnis (EAV) nimmt eine Einstufung von Abfällen in Abhängigkeit ihrer Überwachungsbedürftigkeit vor. Die Europäische Gemeinschaft hat damit eine einheitliche Terminologie für Abfälle und die Abfallwirtschaft im Allgemeinen festgelegt. Sie ist für alle EU-Mitgliedstaaten verbindlich anzuerkennen und von ihnen wortgleich in das nationale Recht zu überführen. In diesem Verzeichnis wird die Einstufung gefährlicher Abfälle vorgenommen und im Besonderen nach den darin enthaltenen gefährlichen Stoffen eingeordnet.

FCKW

FCKW (auch Fluorchlorkohlenwasserstoffe) sind eine Untergruppe der Halogenkohlenwasserstoffe, die aus niedermolekularen organischen Verbindungen bestehen und als Lösemittel, Kältemittel oder Treibgase eingesetzt werden. Sie sind im besonderen Maße klimaschädlich, da sie die Ozonschicht schädigen und maßgeblich zum Treibhauseffekt beitragen. Mitte der siebziger Jahre warnten amerikanische Chemiker erstmals vor einem möglichen negativen Einfluss von FCKW auf den Sonnenschutzmantel unserer Atmosphäre. 1991 trat hierzu die HKW-Verbots-Verordnung in Kraft, die 2006 durch die Chemikalien-Ozonschichtverordnung abgelöst wurde. Damit wurde der Einsatz von FCKW schrittweise reduziert und schließlich ein gänzliches Verbot durchgesetzt.

Flusssäure

Beim Kontaktgift Flusssäure (auch Fluorwasserstoffsäure) handelt es sich um eine farblose, wässrige Lösung von Fluorwasserstoff, die einen stechenden Geruch abgibt. Neben ihrer stark ätzenden Wirkung auf Haut und Schleimhäute, greift sie bspw. auch die Oberfläche von Glas an. Sie gilt vor allem deshalb als besonders gefährlich, da Haut die Säure sofort absorbiert. So können tiefe Gewebeschichten und Knochen verätzt werden, ohne dass dies äußerlich erkennbar ist. Bei größeren Verätzungen kann das Gift sogar tödlich wirken. Flusssäure darf, je nach Konzentration, nur in Plastik oder Edelstahlbehältern aufbewahrt werden. Industriellen Einsatz findet die Säure beim Ätzen von Glas und Metallen, z. B. in der Automobil- oder Computerbranche.

Fossile Brennstoffe

Erdöl, Erdgas, Braunkohle, Steinkohle und Torf sind fossile Energiequellen. Sie bestehen aus Biomasse, die unter Luftabschluss nicht verrottet ist. Ihre chemische Energie ist daher erhalten geblieben und wird durch thermische Prozesse, wie z. B. Verbrennung, wieder freigesetzt und nutzbar gemacht. Der Verbrauch fossiler Brennstoffe ist in hohem Maße umweltbelastend und trägt nachweislich zur Erderwärmung bei. In Anbetracht ihrer Endlichkeit stehen fossile Brennstoffe damit im Gegensatz zu den erneuerbaren Energien.

Gefahrgutverordnung (GGVSEB)

Die Gefahrgutverordnung regelt in Deutschland die innerstaatliche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter. Dabei gilt sie auf der Straße mit Fahrzeugen (Straßenverkehr), auf der Schiene mit Eisenbahnen (Eisenbahnverkehr) und auf allen schiffbaren Binnengewässern (Binnenschifffahrt). Die Beförderung gefährlicher Güter mit Seeschiffen auf Seeschifffahrtsstraßen und in angrenzenden Seehäfen sowie den Transport gefährlicher Güter über den Luftweg regelt die Gefahrgutverordnung hingegen nicht. Diese Transporte werden über die DGR (Dangerous Goods Regulations) geregelt. Spezielle Vorgaben für gefährliche Güter, die gleichzeitig Abfälle sind, gibt es abgesehen von Einzelerlassen in den Gefahrguttransportvorschriften nicht. Der Transport findet normalerweise vor der Beseitigung des Abfalls statt.

Gefährlicher Abfall

Als gefährlicher Abfall werden laut §48 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) und Anhang III der Abfallrahmenrichtlinie der EU (2008/98/EG) alle Abfälle bezeichnet, die mindestens eine der folgenden gefahrenrelevanten Eigenschaften aufweisen: explosiv, brandfördernd, (leicht) entzündbar, reizend, gesundheitsschädlich, giftig, krebserzeugend, ätzend, infektiös, fortpflanzungsgefährdend (reproduktionstoxisch), mutagen, sensibilisierend oder ökotoxisch. Außerdem sind Abfälle, die bei der Berührung mit Wasser, Luft oder einer Säure ein giftiges oder sehr giftiges Gas abscheiden sowie Abfälle, die nach der Beseitigung auf irgendeine Weise die Entstehung eines anderen Stoffes bewirken können als gefährlich einzustufen.

Gefahrstoff

Stoffe oder Gemische, die für Mensch oder Umwelt gefährlich sein können, werden als Gefahrstoffe bezeichnet. Gekennzeichnet sind diese durch unterschiedliche Gefährlichkeitsmerkmale. So können Gefahrstoffe zum Beispiel giftig, reizend, ätzend, krebserzeugend, leichtentzündlich oder umweltgefährlich sein. Dabei regelt die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) innerhalb Deutschlands, welche Stoffe als gefährlich gelten. Ein Stoff, der gemäß Chemikalienrecht als Gefahrstoff eingestuft ist, gilt nicht automatisch als Gefahrgut. Gefährliche Stoffe bzw. deren Verpackung müssen gekennzeichnet sein. Die darauf abgebildeten Gefahrenpiktogramme und Gefahrenhinweise geben bereits Auskunft über den Gefährlichkeitsgrad.

Gewerbeabfall

Abfälle, die aus Industrie, Gewerbe und privaten oder öffentlichen Einrichtungen stammen, werden als gewerbliche Siedlungsabfälle, kurz Gewerbeabfälle, bezeichnet. Sie sind in ihrer Beschaffenheit und Zusammensetzung Abfällen aus privaten Haushaltsabfällen sehr ähnlich. In Deutschland fallen jährlich große Mengen Gewerbeabfälle an, die verwertbare Stoffe enthalten. Die ordnungsgemäße Sammlung und Trennung von Gewerbeabfall ist gesetzlich durch die Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) geregelt. Für ein erfolgreiches Recycling des Abfalls müssen Gewerbetreibende Papier, Glas, Kunstoff, Metall, Holz, Textilien und Bioabfall getrennt sammeln.

Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV)

Um eine möglichst hochwertige Verwertung von Abfällen zu gewährleisten, schreibt die Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) vor, dass Gewerbebetriebe dazu verpflichtet sind, ihre Abfälle bereits an der Anfallstelle zu trennen. Die Modernisierung der GewAbfV im Jahr 2017 brachte eine erweiterte Dokumentationspflicht und die Ergänzung um 2 Abfallkategorien mit sich. Neben Papier, Kunststoff, Glas, Bioabfall und Metall werden nun auch Holz und Textilien gesammelt. Elektro(nik)geräte und Batterien unterliegen nicht der GewAbfV und müssen nach geltendem ElektroG separat entsorgt werden. Ziel der unmittelbaren Abfalltrennung am Anfallort ist die Reduzierung von Abfällen, die thermisch verwertet werden. Befreit sind Betriebe von der Getrennthaltung, wenn das Abfallgemisch einer Abfallsortieranlage zugeführt wird, die Abfälle trennt und anschließend der Verwertung zuführt.

GHS

Zur Einstufung von Chemikalien haben die Vereinten Nationen ein weltweit einheitliches System, das Global Harmonisierte System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS), erstellt. Dieses dient unter anderem dazu, Chemikalien auf Verpackungen und Sicherheitsdatenblättern kenntlich zu machen. Durch die einheitlichen und weltweit geltenden Piktogramme, die für die Kennzeichnung von Chemikalien genutzt werden, sollen Gefahren im Umgang mit den chemischen Substanzen, ihrer Herstellung, des Transports und ihrer Verwendung, verringert werden.

Giftmüll

Mit dem Begriff Giftmüll werden umgangssprachlich häufig Abfälle bezeichnet, die radioaktive oder gefährliche Stoffe beinhalten und somit ein Risiko für Mensch und Umwelt darstellen. Der Ausdruck vermischt zwei Kategorien von Altlasten, die in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Abfällen und ihrer Entsorgung strikt voneinander zu trennen sind. Radioaktive Abfälle sind höchst gefährlich und kontaminieren ihre Umgebung u.a. durch Strahlung. Außerdem ist die sichere Beförderung und Lagerung radioaktiven Abfalls ein zentrales und bisher nicht endgültig gelöstes Problem bezüglich des Umweltschutzes. Gefährliche Abfälle stellen zwar ebenfalls ein Risiko für Mensch und Umwelt dar, können jedoch durch Recycling und/ oder Beseitigung mittels Verbrennung entschärft werden.

Haushaltsmüll / Haushaltsabfall

Unter Haushaltsabfall werden alle Abfälle verstanden, die in privaten Haushalten anfallen. Die in Deutschland gültige Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) unterscheidet in 842 verschiedene Abfallarten. 408 davon sind gefährliche Abfälle. Abfallgruppen, die dem Haushaltsmüll zugeordnet werden können sind u. a. Altglas, Altpapier, Bio- und Verpackungsabfälle. Auch gefährliche Abfälle können in geringen Mengen in privaten Haushalten anfallen, so u. a. Altbatterien, Altmedikamente oder Elektro- und Elektronik-Altgeräte.

IE-Richtlinie (Industrieemissionsrichtlinie)

Die Industrieemissionsrichtlinie (IE-Richtlinie, engl. Industrial Emissions Directive/ IED) gilt europaweit als Regelwerk des Emissionsschutzes. Dabei wird der Fokus sowohl auf die Genehmigung und den Betrieb als auch auf die Stilllegung von besonders umweltrelevanten Industrieanlagen gelegt. Der 2010 veröffentlichten Richtlinie liegt ein nachhaltiges Leitbild zugrunde, das Umweltschutz als oberste Priorität berücksichtigt. Neben den Schadstoffemissionen werden von der IE-Richtlinie auch andere Aspekte des Produktionsprozesses einbezogen, um den Verbrauch von Ressourcen und Energie während und nach dem Betrieb einer Industrieanlage gering zu halten. In Europa gibt es etwa 52.000 erfasste Industrieanlagen, davon 9.000 in Deutschland. Unter besonderer Beobachtung stehen emissionsreiche Industriezweige, wie bspw. die chemische Industrie, die Textil- und Lederindustrie sowie die Abfallbehandlung und -verbrennung (u. a. Feuerungsanlagen).

IED-Richtlinie (Industrieemissionsrichtlinie)

Die Industrieemissionsrichtlinie (IE-Richtlinie, engl. Industrial Emissions Directive/ IED) gilt europaweit als Regelwerk des Emissionsschutzes. Dabei wird der Fokus sowohl auf die Genehmigung und den Betrieb als auch auf die Stilllegung von besonders umweltrelevanten Industrieanlagen gelegt. Der 2010 veröffentlichten Richtlinie liegt ein nachhaltiges Leitbild zugrunde, das Umweltschutz als oberste Priorität berücksichtigt. Neben den Schadstoffemissionen werden von der IE-Richtlinie auch andere Aspekte des Produktionsprozesses einbezogen, um den Verbrauch von Ressourcen und Energie während und nach dem Betrieb einer Industrieanlage gering zu halten. In Europa gibt es etwa 52.000 erfasste Industrieanlagen, davon 9.000 in Deutschland. Unter besonderer Beobachtung stehen emissionsreiche Industriezweige, wie bspw. die chemische Industrie, die Textil- und Lederindustrie sowie die Abfallbehandlung und -verbrennung (u. a. Feuerungsanlagen).

Industrieemissionsrichtlinie (IE-Richtlinie, IED-Richtlinie)

Die Industrieemissionsrichtlinie (IE-Richtlinie, engl. Industrial Emissions Directive/ IED) gilt europaweit als Regelwerk des Emissionsschutzes. Dabei wird der Fokus sowohl auf die Genehmigung und den Betrieb als auch auf die Stilllegung von besonders umweltrelevanten Industrieanlagen gelegt. Der 2010 veröffentlichten Richtlinie liegt ein nachhaltiges Leitbild zugrunde, das Umweltschutz als oberste Priorität berücksichtigt. Neben den Schadstoffemissionen werden von der IE-Richtlinie auch andere Aspekte des Produktionsprozesses einbezogen, um den Verbrauch von Ressourcen und Energie während und nach dem Betrieb einer Industrieanlage gering zu halten. In Europa gibt es etwa 52.000 erfasste Industrieanlagen, davon 9.000 in Deutschland. Unter besonderer Beobachtung stehen emissionsreiche Industriezweige, wie bspw. die chemische Industrie, die Textil- und Lederindustrie sowie die Abfallbehandlung und -verbrennung (u. a. Feuerungsanlagen).

Inertstoffe

Inertstoffe bestehen zu mehr als 95% aus gesteinsähnlichen Materialien. Einen Spezialfall stellt inerter Bauschutt dar, der sich überwiegend aus Beton, Ziegeln, Backsteinen, Mauerbruch und Straßenaufbruch zusammensetzt. Die Entsorgung wird in zwei sog. Prioritäten unterteilt: Bei der Wiederverwertung (Priorität 1) sollte bereits auf der Baustelle eine Trennung nach Betonabbruch, Mischabbruch, Straßenaufbruch und Asphalttaufbruch stattfinden. Danach erfolgt die Weiterverarbeitung zu Asphalt-, Beton-, und Mischabbruchgranulat sowie Recycling-Kiessand. Priorität 2 hat in der Entsorgung von Inertstoffen die Deponierung. Inertstoffe finden zusätzlich Verwendung beim sicheren Transport von (Li-Io)-Batterien, um mechanischem Stress vorzubeugen und damit das Brandrisiko zu vermindern.

Infektiöser Abfall

Als infektiös gelten Abfälle, die mit Erregern übertragbarer Krankheiten kontaminiert sind und an deren Sammlung und Entsorgung aus infektionspräventiver Sicht besondere Anforderungen gestellt werden. Zur Verhinderung von Infektionen werden Abfälle dieser Art in zugelassenen Verbrennungsanlagen bzw. durch anerkannte Desinfektionsverfahren dekontaminiert. Infektiöse Abfälle fallen insbesondere in Isoliereinheiten von Krankenhäusern, Dialysestationen, Pathologien und mikrobiologischen sowie infektionsserologischen Laboratorien an und entstehen bei der Diagnose, Behandlung und Pflege von Patienten mit Infektionskrankheiten. Auch Abfälle aus der human- und biomedizinischen Forschung und Diagnostik an Tieren können hierzu zählen. Ansteckungsgefährliche Abfälle gelten zudem als Gefahrgut. Für den Transport müssen deshalb die Vorgaben zu Kennzeichnung und Verpackung aus der Gefahrgutverordnung und dem ADR eingehalten werden.

Ingot

Der Begriff Ingot (engl. für „Barren“) wird für einen Block verwendet, der aus einem beliebigen Halbleitermaterial wie z. B. Silizium besteht. Dabei können Ingots sowohl aus einzelnen (monokristallinen) als auch aus mehreren (polykristallinen) Kristallen zusammengesetzt sein. Bei der Herstellung von Ingots wird das jeweilige Ausgangsmaterial durch Abtrennung von Kontaminationen während der Kristallisation gereinigt. So entsteht bspw. hochreines Silizium, das eine gesteigerte elektrische Leitfähigkeit aufweist. Zudem werden in diesem Prozess thermisch bedingte mechanische Spannungen vermieden und Materialverschiebungen und Gitterfehler minimiert. Ingots sind wesentlicher Bestandteil von Solaranlagen, die je nach Art (mono- oder polykristallin) unterschiedliche Wirkungsgrade erzielen.

Kadmium

Cadmium ist mit dem Symbol „Cd“ und der Ordnungszahl 48 im Periodensystem gekennzeichnet. Als sehr seltenes chemisches Element wird es ausschließlich als Nebenprodukt bei der Zinkverhüttung gewonnen. Geringe Mengen fallen außerdem beim Recycling von Stahl und Eisen an. Cadmium ist ein weiches Material, das an der Luft durch Oxidation eine Verdunklung der Oberfläche herbeiführt. Aufgrund hoher Toxizität wird der Stoff industriell immer weniger verwendet. Am häufigsten kommt Cadmium als Rostschutz für Eisenwerkstoffe und bei der Herstellung von Halbleitern zum Einsatz. Nickel-Cadmium-Akkus sind noch immer im Umlauf, werden aber zunehmend durch Lithium-Ionen-Akkus ersetzt, da diese nicht giftig sind.

Klärschlamm

Klärschlamm entsteht bei biologischer Abwasserklärung durch Sedimentation der abgestorbenen Mikroorganismen. Die Schlämme stammen meist aus Kläranlagen, die Abwässer aus der kommunalen Kanalisation klären. Da Klärschlamm einen hohen Stickstoff- und Phosphorgehalt aufweist, eignet er sich besonders für die Düngung landwirtschaftlicher Böden sowie die Herstellung von Düngemittel. Diese Anteile sind jedoch nur dann nutzbar, wenn sie nicht mit Schadstoffen belastet sind.

Klärschlammverordnung (AbfKlärV)

Die Klärschlammverordnung regelt die Verwertung und die Einsatzbereiche von Klärschlamm in Deutschland. Zum einen soll sichergestellt werden, dass anorganische und organische Schadstoffe nur in unbedenklichem Maß in den natürlichen Kreislauf bzw. in die Landwirtschaft zurückgelangen. Zum anderen verordnet eine Gesetzesänderung aus dem Jahr 2017, dass die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm verpflichtend wird, um langfristig Unabhängigkeit von Phosphor-Importen zu erlangen. Die recycelten Sekundärrohstoffe sollen dann vorrangig als Düngemittel in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Die Anwendung dazu notwendiger Recyclingverfahren befindet sich derzeit noch im Entwicklungsstadium.

Kobalt

Kobalt (fachsprachlich Cobalt) ist ein hartes, blau-gräulich glänzendes Metall. Als chemisches Element ist es mit dem Symbol ‚Co‘ und der Ordnungszahl 27 gekennzeichnet. Kobalt ist ferromagnetisch, zählt zu den sogenannten Übergangsmetallen und besitzt eine hohe Leitfähigkeit für Wärme und Strom. Gewonnen wird Kobalt hauptsächlich aus Kupfer- und Nickelerzen. Das bedeutendste Fördergebiet für den wertvollen Rohstoff liegt in der Demokratischen Republik Kongo. Kobalt ist vielfältig einsetzbar, die größte Nachfrage liegt im Bereich wiederaufladbarer Batterien. Ein normaler Elektroauto-Akku mit 90 kWh bspw. benötigt etwa 13,5 kg Kobalt. Zudem findet das Metall Anwendung in Superlegierungen, Karbiden und Diamantwerkzeugen, Färbemitteln, Magneten und Katalysatoren.

Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG)

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) ist die juristische Entsprechung der EU-Abfallrahmenrichtlinie (2008/98/EG, AbfRRL) für Deutschland. Die Ziele der europäischen Gemeinschaft werden darin umgesetzt und novellieren damit gleichzeitig das bisher geltende Abfallrecht in Deutschland. Hauptanliegen des KrWG ist eine höhere Berücksichtigung des Umweltschutzes im Zusammenhang mit der Entsorgung von Abfällen. Die ehemals dreistufige Abfallhierarchie „Vermeiden, verwerten, beseitigen“ wandelte sich in Konsequenz dessen z. B. in das fünfstufige Modell „Vermeidung, Vorbereitung zur Wiederverwendung, Recycling, sonstige Verwertung, Beseitigung“ um. Zudem bringt das KrWG eine einheitliche Terminologie mit sich und legt Definitionen im Rahmen des Abfallrechts fest. Das Handeln nach den Vorgaben des KrWG ist für Industrie, Handel und damit auch für Entsorgungsunternehmen verbindlich.

Leichtflüssigkeitsabscheider (LFA)

Bevor nicht häusliches Abwasser die Kanalisation erreicht, müssen auf dem Wasser schwimmende, Verschmutzungen wie mineralische Leichtflüssigkeiten (z. B. Öle, Benzin) mithilfe eines Leichtflüssigkeitsabscheiders entfernt werden. Genaue Vorgaben über die Trennung der Verschmutzung wurde durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft in der DIN-Norm DIN 1999 – 100 festgelegt. Kfz-Werkstätten, Tankstellen und Waschanlagen verfügen standardgemäß über einen Leichtflüssigkeitsabscheider. Im ersten Schritt wird das Abwasser in einen Schlammfang geleitet, in dem sich die sogenannten Sinkstoffe sammeln. Im Kern des LFA kann sich der Abwasserstrom beruhigen und die leichten Flüssigkeitsbestandteile schwimmen auf, werden zurückgehalten und regelmäßig entnommen. Das so vorgereinigte Abwasser sammelt sich dann im unteren Teil des LFA und gelangt von dort in die kommunale Kanalisation.

Lithium-Ionen-Batterien / Lithium-Ionen-Akkumulatoren

Lithium-Ionen-Batterien bzw. Akkumulatoren sind leistungsfähige Energiespeicher, die zumeist Einsatz in kleinen elektronischen und elektrischen Geräten finden. Wearables, Smartphones, Tablets, Digitalkameras und Notebooks sind in der Regel mit Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet. Im Bereich der Elektromobilität nehmen sie außerdem eine zentrale Rolle ein. Mit zwei Herausforderungen sehen sich Forschung und Industrie hierbei jedoch konfrontiert: einerseits der Ausdauer bzw. Laufzeit von Batterien und andererseits der Sicherheit der Akkumulatoren. Beides steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Entsorgung gebrauchter Akkus. Ihre Lebensdauer ist auf eine bestimmte Anzahl von Ladezyklen begrenzt und ihre Leistungsfähigkeit reduziert sich schrittweise. Falsche Handhabung oder Entsorgung von Batterien birgt zudem das Risiko, dass gasförmige oder flüssige Stoffe austreten, die stark reizend, brennbar oder giftig sein können.

Lösungsmittel

Als Lösungsmittel werden (meist flüssige) Stoffe bezeichnet, die Gase, andere Flüssigkeiten oder Feststoffe lösen können, ohne dass dabei eine chemische Reaktion zwischen Lösungsmittel und gelöstem Stoff entsteht. Es ist auch möglich Stoffe mit Feststoffen zu lösen. Umgangssprachlich hat sich zudem der Begriff „Lösemittel“ etabliert. Dieser wird jedoch nicht als Fachterminus anerkannt. Obwohl das Lösungsmittel für die chemische Reaktion enorm wichtig ist, so ist sie nicht Teil des eigentlichen Vorgangs der chemischen Reaktion. Lösungsmittel übernehmen innerhalb chemischer Reaktionen Funktionen wie konvektiven Wärme- und Stofftransport, Stabilisierung von Übergangszuständen von Reaktionen und die Verdünnung zur Vermeidung von Nebenreaktionen.

Mantelverordnung

Die sogenannte Mantelverordnung dient zur Einführung einer Ersatzbaustoffverordnung, zur Neufassung der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung und zur Änderung der Deponieverordnung und der Gewerbeabfallverordnung. Zwei wichtige Ziele der Verordnung sind laut BMU „die im Sinne des § 6 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG), bestmögliche Verwertung von mineralischen Abfällen zu gewährleisten sowie die Anforderungen an die nachhaltige Sicherung und Wiederherstellung der Funktionen des Bodens im Sinne des § 1 des Bundes-Bodenschutzgesetzes (BBodSchG) näher zu bestimmen bzw. an den gegenwärtigen Stand der Erkenntnisse anzupassen.“

Mineralwolle

Als Mineralwolle wird ein weicher Werkstoff aus künstlich hergestellten mineralischen Fasern bezeichnet. Es wird zwischen Schlackenwolle, Glaswolle und Steinwolle unterschieden. Am häufigsten wird Mineralwolle als nicht brennbarer Dämmstoff für die Wärmedämmung von Häusern verwendet. Als Schall- und Brandschutz wird die Wolle unter anderem zum Einhüllen von Tanks, Behältern, Heizkesseln und Turbinen genutzt. Die Herstellung von Mineralwolle erfolgt mithilfe von drei Grundverfahren: dem Ziehverfahren, dem Blasverfahren und dem Schleuderverfahren. Daraus wird Mineralwolle in Form von Vliesstoff oder Platten hergestellt.

Multi-Barrierensystem (Deponie)

Jede Deponie muss nach aktuellem Stand der Technik so errichtet werden, dass keinerlei Schadstoffe in die Umwelt gelangen. Um eine langfristige Sicherung zu garantieren, werden Deponien nach einem Multi-Barrierensystem in mehrere Sicherheitsbarrieren unterteilt. Dieses System soll gewährleisten, dass im Fall eines Defekts einer einzelnen Barriere die schützende Wirkung erhalten bleibt. Jedes Multi-Barrierensystem besteht aus 5 Barrieren: Abfallvorbehandlung, Beschaffenheit des Deponiekörpers, Deponiebasisdichtungssystem mit Sickerwassererfassung und -behandlung, Oberflächendichtungssystem und getrennte Erfassung des Niederschlags sowie Nachsorge.

Mutterlaugen

Mutterlaugen bezeichnen Flüssigkeiten, aus denen sich ein vorher definierter Stoff in Form von Kristallen abgesetzt hat. Dieser Vorgang setzt eine Stoffreinigung durch Umkristallisation voraus. Die Abtrennung der Kristalle von der Mutterlauge erfolgt dabei durch Filtration oder Dekantieren. Dabei enthalten die Laugen oft Reste des auskristallisierten Stoffes und der ursprünglichen Verunreinigung. In einem Folgeschritt wird diese meist aus der Lösung gewonnen. Innerhalb technischer Verfahren werden anfallende Mutterlaugen wiederaufbereitet, um mithilfe des Prozesses eine möglichst große Rezyklatmenge zu gewinnen

Nachweisverordnung (NachwV)

Die Verordnung über die Nachweisführung bei der Entsorgung von Abfällen (NachwV) beinhaltet Vorschriften zur ordnungsgemäßen Entsorgung, Dokumentation sowie Überprüfung und Nachvollziehbarkeit des Entsorgungsvorgangs. Die am 1. Februar 2007 in Kraft getretene Regelung bezieht sich damit inhaltlich auf die Paragraphen 49 und 50 des KrWG, die die geltenden Register- und Nachweispflichten vorschreiben. Erzeuger, Besitzer, Sammler, Beförderer und Entsorger gefährlicher Abfälle sind grundsätzlich dazu verpflichtet, die ordnungsgemäße Entsorgung sowohl untereinander als auch gegenüber den zuständigen Behörden, nachzuweisen. Seit dem 1. April 2010 geschieht dies unter Anwendung des elektronischen Abfallnachweisverfahrens (eANV).

Netto-Abfallaufkommen

Als Netto-Abfallaufkommen wird die Menge von Abfällen bezeichnet, die bei Betreibern von Abfallentsorgungsanlagen abzüglich der Importe und zuzüglich der Exporte behandelt werden. Abfälle, die bereits andere Abfallentsorgungsanlagen durchlaufen haben (Sekundärabfälle), sind vom Netto-Abfallaufkommen ausgeschlossen. Zwischen 2000 und 2017 ist das Netto-Abfallaufkommen in Deutschland um etwa 12 % gesunken und lag 2017 bei 358,9 Mio. t. Dies ist auf die konjunkturbedingte Reduktion von Bau- und Abbruchabfällen zurückzuführen. Die Menge der Haushaltsabfälle verringerte sich in dem genannten Zeitraum ebenfalls.

Ökodesign (-Richtlinie)

Der Begriff Ökodesign bezeichnet ein Prinzip, das in der Entwicklung und Herstellung von Produkten Anwendung findet. Im Fokus stehen dabei die Aspekte Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Bereits bei der Planung eines Produktes soll dafür die gesamte Wertschöpfungskette im Auge behalten werden. Der Herstellungsprozess verzichtet auf unnötige Umweltbelastungen und die Auswahl der Materialien erfolgt anhand von Nachhaltigkeits- und Recyclingkriterien. International ist dieser Gestaltungsansatz auch als „Design for recycling“ bekannt. Die Automobilbranche bspw. macht es sich zunehmend zum Ziel, Fahrzeuge so zu konzipieren, dass die eingesetzten Materialen wiederverwertbar sind und die einzelnen Komponenten im Entsorgungsfall problemlos voneinander getrennt werden können. Die im Jahr 2009 novellierte Ökodesign-Richtlinie manifestiert das Prinzip und seine Ziele auch gesetzlich und „bildet den europäischen Rechtsrahmen für die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte“.

Organische Abfälle

Organische Abfälle sind umgangssprachlich als Biomüll oder Bioabfall bekannt. Sie entstammen Tieren oder Pflanzen und können mithilfe von Mikroorganismen, wie z. B. Lebewesen oder Enzymen, abgebaut werden. In Deutschland werden organische Abfälle in der Regel separat gesammelt und durch unterschiedliche Verfahren, wie bspw. Kompostierung oder Gärung, verwertet. Der daraus resultierende Kompost wird dann in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt, indem er erneut Einsatz in der Landwirtschaft und im Gartenbau findet. Menschliche Körperteile, Organe oder Blut finden in der Definition organischer Abfälle keine Berücksichtigung. Diese gelten als ethische oder pathologische Abfälle. Im Bereich der gefährlichen Abfälle ist dann von organischen Abfällen die Rede, wenn die zu definierenden Abfälle einen nicht unerheblichen Teil von Verbindungen der organischen Chemie aufweisen.

Phosphor

Phosphor ist ein lebenswichtiges chemisches Element, das auf der Erde nur begrenzt vorhanden ist. Alle lebenden Organismen der Erde bestehen zu unterschiedlichen Anteilen aus Phosphor bzw. Phosphat, der oxidierten Form von Phosphor. Etwa 88 % der bekannten Phosphorreserven liegen in nur fünf Ländern (China, Algerien, Syrien, Südafrika, Marokko). Die größte Menge dieser Reserven befindet sich in Marokko. Der Rohstoffbedarf wird in Deutschland daher durch Importe aus anderen Ländern gedeckt. Eine Änderung der Klärschlammverordnung (AbfKlärV) aus dem Jahr 2017 schreibt vor, dass die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm zur Pflicht wird, um sich von den Rohstoffimporten unabhängig zu machen.

Photovoltaikmodul / Solarmodul

Eine Photovoltaikanlage kann einen Teil der Sonnenenergie mittels Solarzellen in elektrische Energie umwandeln. Die gewonnene Strommenge kann in das eigene Netz eingespeist oder an Energiekonzerne abgegeben werden. Das einzelne Photovoltaik- oder Solarmodul besteht aus Solarzellen, die entweder als Serie oder parallel geschaltet sind. Man unterscheidet zwischen starren Modulen, die üblicherweise aus siliziumbasierten Solarzellen bestehen und flexiblen Solarmodulen. Diese basieren auf organischen Werkstoffen und kommen meist im mobilen Bereich zum Einsatz. Laut Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) sind Hersteller und Importeure von Solarmodulen verpflichtet, dieses nach vollständiger Nutzung zu entsorgen. Endverbraucher können die Module selbständig beim Wertstoffhof abgeben.

Placard

Der Fachbegriff Placard stammt aus dem Französischen und ist aus der Gefahrgutkennzeichnung bekannt. Geläufige Übersetzungen sind Großzettel oder Gefahrzettel. Die Verwendung von Placards ist durch die europäische Gefahrgutverordnung (ADR) und die ECE-Regelungen (UN Regulations) vorgeschrieben. Die quadratischen Schilder werden mit der Spitze nach oben zeigend angebracht. Die farbliche Gestaltung kann dabei vollflächig, gestreift oder zweigeteilt sein. Die Farbe selbst gibt Auskunft über die Gefahrgutklasse (z. B. rot für entzündbare flüssige Stoffe). Zusätzliche Informationen auf dem Placard sind bspw. Piktogramme, die Gefahrgutklasse als Zahl oder anderweitige Beschriftungen. Placards sind häufig in Kombination mit Warntafeln an Fahrzeugen zu sehen und kennzeichnen das enthaltene Gefahrgut. Vor allem Rettungskräfte können so auf den ersten Blick einschätzen, mit welchen möglichen Gefahren sie an der Unfallstelle rechnen müssen.

Planfeststellung (Deponien nach KrWG)

Bei einer Planfeststellung handelt es sich um ein formelles Verwaltungsverfahren, in dem der Bauplan für ein konkretes Vorhaben verbindlich festgelegt wird. Dies gilt nach § 35 des KrWG auch bei der Errichtung von Abfalldeponien. Sollte eine solche Anlage im Wesentlichen oder in ihrem Betrieb verändert werden, bedarf es einer Genehmigung nach den Vorschriften des Bundes-Immisionsschutzgesetzes (BImSchG). Das Planfeststellungsverfahren einer Deponie verlangt nach einer sog. Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Sie dient zur Einschätzung möglicher negativer Auswirkungen, die das Bauvorhaben auf die Umwelt haben könnte. Ergeben sich durch die UVP keine Umweltrisiken, kann der Plan nach Beteiligung der Öffentlichkeit durch die zuständige Behörde für die Errichtung oder Änderung einer Deponie festgestellt, sprich genehmigt, werden.

Platinmetalle

Platinmetalle oder auch Platinoide sind die Elemente der Gruppen 8 bis 10 der 5. und 6. Periode des Periodensystems der Elemente. Sie verstehen sich alle als Edelmetalle mit hohen Dichten und ähnlichen chemischen Eigenschaften. Platinmetalle werden in „leichte Platinmetalle“, wie z. B. Ruthenium, Rhodium und Palladium, sowie „schwere Platinmetalle“, wie z. B. Osmium, Iridium und Platin, unterteilt. Eingesetzt werden Platinmetalle in der industriellen Produktion, die u. a. Fahrzeughersteller beliefert. Die Edelmetalle finden außerdem Verwendung bei der Herstellung von Münzen.

Polychlorierte Biphenyle (PCB)

Polychlorierte Biphenyle (PBC) bezeichnen krebsauslösende und giftige Chlorverbindungen, die durch ihre Langlebigkeit sehr schädlich für Ökosysteme und Menschen sind. Die hauptsächliche Verwendung fand bis in die 1980er Jahre als Transformatorenöle, elektrischen Kondensatoren und Hydraulikanlagen sowie als Weichmacher in Lacken, Dichtungsmassen, Isoliermitteln und Kunstoffen statt. Durch die Stockholmer Konvention wurden am 22. Mai 2001 weltweit zwölf giftige Stoffe verboten. Diese sind auch bekannt als „dreckiges Dutzend“. Ein Teil dieser organischen Giftstoffe ist PCB. PCB-Altlasten müssen gemeldet und als gefährlicher Abfall entsorgt werden.

Polyurethan

Polyurethane sind Kunstharze oder Kunststoffe, die aus einer Polyadditions-Reaktion von Diolen bzw. Polyolen mit Polyisocyanaten entstehen. Abhängig von ihrer Herstellungsweise können Polyurethane hart und spröde oder weich und elastisch sein. Damit sind sie ein Allrounder für die Produktion sämtlicher Konsumgüter. Das Spektrum reicht vom Einsatz des Kunststoffes in Matratzen, über die Verwendung in Kleidung, Möbeln und Elektrogeräten, bis hin zur Ausstattung von Raumanzügen für Astronauten. In aufgeschäumter Form kommt Polyurethan häufig als Schaumgummi oder Bauschaum vor.

POP-Abfälle

Als POP-Abfälle werden Abfälle bezeichnet, die persistente organische Schadstoffe („persistent organic pollutants“) beinhalten. Diese Schadstoffe sind nicht nur äußerst langlebig, sondern können sich sowohl in der Umwelt als auch in Mensch und Tier anreichern. Enthalten Abfälle persistent organische Schadstoffe, so müssen diese zerstört oder unumkehrbar umgewandelt werden, damit von ihnen kein Risiko mehr für Umwelt und Mensch ausgeht. Dafür finden spezielle Entsorgungsverfahren Anwendung, die strengen Richtlinien unterliegen. Die in Deutschland am häufigsten gewählten Methoden sind die Hochtemperaturverbrennung und die dauerhafte Ablagerung in Untertagedeponien.

POP-Verordnung

Persistente organische Stoffe (engl. „persistent organic pollutants“, auch POP-Stoffe) sind Stoffe, die lange Zeit in der Umwelt verbleiben, sich über die Nahrungsmittelkette anreichern und somit auch Mensch und Umwelt schädigen können. Die POP-Verordnung basiert auf dem Stockholmer Übereinkommen, das Staaten weltweit dazu verpflichtet die Herstellung, Verwendung, sowie den Import und Export bestimmter persistent organischer Stoffe zu verbieten oder zu beschränken. Ziel des Abkommens ist letztlich die Eliminierung solch gefährdender Stoffe. Seit dem 29. April 2004 werden die internationalen Vereinbarungen auch im europäischen Recht umgesetzt.

Post-Consumer-Waste

Der Begriff Post-Consumer-Waste beschreibt den Abfall, der vom Endverbraucher erzeugt wurde. Diese Produkte und Materialien haben ihren Zweck erfüllt, sind defekt oder überflüssig. Aus unterschiedlichen Gründen führt der Endverbraucher sie schließlich der Beseitigung oder Verwertung zu.

Pre-Consumer-Waste

Bei Pre-Consumer-Waste handelt es sich um ein Material oder ein Produkt, das entsorgt wurde, bevor es an den Verbraucher geliefert worden ist bzw. vom Verbraucher genutzt werden konnte. Es gibt demnach Abfallstoffe, die bei der Herstellung entstehen und auch von Beginn an in den Produktionsprozess einkalkuliert sein können. Pre-Consumer-Waste fällt daher meist in der verarbeitenden Industrie an und tritt bspw. in Form fehlerhafter Ausschussware auf. Verschnitte und Abfälle aus Papierproduktionen sind in diesem Zusammenhang ebenfalls häufig zu verzeichnen. Idealerweise findet anschließend eine Wiedereinführung dieser Produktionsabfälle in den Herstellungsprozess statt. Diese Rückführung gilt jedoch nicht als Recycling im herkömmlichen Sinne.

REACH (Europäische Chemikalienverordnung)

Die von der Europäischen Union erlassene Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe („Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals“) dient in erster Linie dem Schutz von Mensch und Umwelt. Im Fokus sind Chemikalien, die auf unterschiedliche Art und Weise Risiken darstellen oder Schäden verursachen können. Dies gilt für chemische Stoffe, die in der Industrie Anwendung finden ebenso wie für Produkte des Alltags (z. B. Reinigungsmittel, Farbe, Kleidung, Möbel etc.). Die REACH ist daher für nahezu alle europäischen Unternehmen relevant und verbindlich. Sie tragen die Verantwortung für die Identifizierung und Beherrschung der in der EU hergestellten Erzeugnisse.

Recyclingquote

Die Recyclingquote (od. Recyclingrate) gibt den Anteil der aus Abfall wiedergewonnenen und/oder verwerteten Rohstoffe an. Diese Roh- bzw. Wertstoffe können noch einmal in Sekundärbauteile, z. B. Türen oder Treppen, und Sekundärrohstoffe, z. B. Metalle, Glas oder Dämmstoffe, unterschieden werden. Bei der Berechnung von Recyclingquoten herrscht noch immer Uneinigkeit. In Variante A wird die Menge von produzierten Stoffen ins Verhältnis zu recycelten Abfällen derselben Stoffgruppe gesetzt. Bei Erzeugnissen mit langer Lebensdauer (z. B. Windräder) ist diese Berechnung jedoch nicht vollumfänglich aussagekräftig. In Variante B wird die Recyclingrate aus den anfallenden Abfallmengen im Verhältnis zur recycelten Menge berechnet. Nach diesem Muster berechnet auch das statistische Bundesamt die Recyclingquote. So sind auch diese Angaben nicht gänzlich repräsentativ, da gewisse Anteile und Mengen nicht berücksichtigt werden.

Rezyklate

Rezyklate sind aufbereitete Kunststoffe, die aus sogenannten Post-Consumer-Abfällen wiedergewonnen werden. Sie wurden demnach mindestens ein Mal nach Gebrauch im Haus- oder Gewerbeabfall entsorgt. Mithilfe eines mehrstufigen Produktionsprozesses werden Sekundärrohstoffe bzw. Rezyklate erzeugt und gelangen so in den Wirtschaftskreislauf zurück. Oftmals werden die verwerteten Stoffe in neue Erzeugnisse eingearbeitet, wodurch mit ihnen ähnliche oder sogar dieselben Ausgangsprodukte erneut hergestellt werden können.

Rohstoffkreislauf / Wertstoffkreislauf

Ein Wertstoffkreislauf ergibt sich aus der konsequenten Wiederverwendung und Verwertung von Materialien. Dies hat ökologische und ökonomische Vorteile. Mit dem Recycling von Abfällen kann einer Knappheit und Verteuerung von Rohstoffen entgegengewirkt werden. Abfälle im Wertstoffkreislauf werden getrennt gesammelt, sortiert, aufbereitet und schließlich wieder eingesetzt. Weitläufig bekannt ist das Stoffkreislaufprinzip von Materialien wie Kunststoff, Papier, Glas und Metallen. Letztere werden eingeschmolzen, um so wieder in neue Herstellungsprozesse zu gelangen. Auch aus gefährlichen Abfällen lassen sich Sekundärrohstoffe zurückgewinnen. Durch die getrennte Entsorgung und eine entsprechende Wiederaufbereitung mittels geeigneter Verfahren können so z. B. Schmieröle oder Metalle wie Nickel und Kobalt wiedergewonnen werden.

Rücknahmesystem (z. B. GRS Batterien)

Rücknahmesysteme für Batterien, wie zum Beispiel das Gemeinsame Rücknahmesystem „GRS“, sind zentrale Sammelstellen für die Rückgabe genutzter, entleerter oder defekter Batterien. Das Ziel solcher Rücknahmesysteme ist die ordnungsgemäße und sichere Entsorgung von Batterien sowie die Verwertung und das Recycling der enthaltenen Stoffe und Materialien. So können beispielsweise Metalle wie Blei und Cadmium in den Stoffkreislauf zurückgelangen. Zu beachten ist, dass Batterien keinesfalls im Hausmüll zu entsorgen sind, da von ihnen vielfältige Gefahren und Risiken ausgehen.

Sammelentsorgungsnachweis

Paragraph 8 und 9 der Nachweisverordnung bestimmen, welche Maßgaben und Bedingungen nötig sind, damit die Entsorgung von Abfällen als Sammelentsorgung durchgeführt werden kann. Das Nachweisverfahren über die Zulässigkeit der vorgesehenen Entsorgung vom Einsammler darf als Sammelentsorgungsnachweis geführt werden, wenn die einzusammelnden Abfälle denselben Abfallschlüssel und den gleichen Entsorgungsweg haben. Außerdem muss die Zusammensetzung des Abfalls die im Sammelentsorgungsnachweis genannte Maßgabe für eine Sammelcharge besitzen und die Abfallmenge darf beim Erzeuger nicht mehr als 20 Tonnen je Abfallschlüssel und Kalenderjahr überschreiten. Als besondere Form gibt es den elektronischen Sammelentsorgungsnachweis (eSEN).

Schamotte / Schamott

Der Begriff Schamotte (auch: Schamott) bezeichnet fachsprachlich ein gesteinsähnliches, synthetisch hergestelltes, feuerfestes Material mit einem Anteil zwischen 10-45 Prozent Aluminiumoxid. Es existieren zwei Arten: Saure Schamotte (Aluminiumoxid-Anteil zwischen 10-30 %) und Normalschamotte (Aluminiumoxid-Gehalt zwischen 30 und 45 %). Der benötigte Rohstoff für Schamottsteine sind Tonminerale. Im Alltag wird Schamott hauptsächlich beim Bau von Kachelöfen und Kaminen verwendet. Häufige Anwendung findet man auch bei Innenbeschichtung von Behältern, in denen Metall geschmolzen oder flüssiges Metall transportiert wird oder bei der Auskleidung von Öfen. Schamott gilt als gefährlicher Abfall. Frei von Schadstoffen, kann dieser beim Schadstoffhof abgegeben werden. Ist das Material vor 1980 produziert worden, kann es gesundheitsgefährdende Asbestfasern enthalten.

Sekundärrohstoffe

Sekundärrohstoffe (auch Recyclingrohstoffe) werden aus entsorgten Gegenständen bzw. entsorgtem Material wiedergewonnen. Durch die Aufarbeitung von Abfall finden wichtige Rohstoffe so ihren Weg zurück in den Stoffkreislauf. Sie stehen damit im Gegensatz zu den sogenannten Primärrohstoffen, die direkt aus der Natur gewonnen werden. Der Begriff Recyclingrohstoff wird in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Abfall häufiger verwendet, da er eindeutiger ist und auf die Bezeichnung „sekundär“ verzichtet. Dieses Attribut ist negativ konnotiert, weshalb Sekundärrohstoffe mitunter fälschlicherweise als minderwertig verstanden werden könnten. Das (mehrfache) Recycling von Altglas und Altpapier bspw. ist heute durch bewährte Verfahren unter meist geringem Energieaufwand unkompliziert. Weitaus komplexer ist die Rückgewinnung von Gefahrstoffen. Hierfür wurden und werden immer neue Technologien entwickelt, die auch gefährliche Abfälle verwertbar machen.

Seltene Erden

Seltene Erden, oder auch Metalle seltener Erden, sind Rohstoffe, deren Abbau überwiegend in Afrika, Asien und Südamerika erfolgt. Häufig sind die Methoden des Abbaus nicht nur aufwendig, sondern auch mit schwierigen Bedingungen für Mensch und Umwelt verknüpft. Recyclingverfahren für die Rückgewinnung seltener Metalle müssen daher verstärkt zum Einsatz kommen. In Elektro(nik)altgeräten schlummern neben Gold, Silber und Kupfer auch seltene Metalle, wie z. B. Neodym, Europium und Lutetium. Sie finden Einsatz in der (Elektro-) Automobilindustrie, in Energiesparlampen oder in der Medizintechnik.

Silicium

Als klassisches Halbmetall wird das chemische Element Silicium mit dem Symbol „Si“ und der Ordnungszahl 14 gekennzeichnet und besitzt Eigenschaften von Metallen und Nichtmetallen. Optisch erscheint Silicium in grau-schwarzer Farbe mit metallisch-blauem Glanz. In flüssiger Form weist das Halbmetall eine höhere Dichte auf als in festem Zustand und zeigt damit eine Dichteanomalie. Silicium dient häufig als Ausgangsmaterial für die Produktion von Solaranlagen- bzw. zellen. Auch für den menschlichen Organismus ist es unverzichtbar, da es elementar für Knochengewebe, Haut, Haare und Nägel ist. Zudem findet Silicium vielfach Verwendung bei der Herstellung moderner Baumaterialien wie Zement, Beton oder Glas

Silizium

Als klassisches Halbmetall wird das chemische Element Silicium mit dem Symbol „Si“ und der Ordnungszahl 14 gekennzeichnet und besitzt Eigenschaften von Metallen und Nichtmetallen. Optisch erscheint Silicium in grau-schwarzer Farbe mit metallisch-blauem Glanz. In flüssiger Form weist das Halbmetall eine höhere Dichte auf als in festem Zustand und zeigt damit eine Dichteanomalie. Silicium dient häufig als Ausgangsmaterial für die Produktion von Solaranlagen- bzw. zellen. Auch für den menschlichen Organismus ist es unverzichtbar, da es elementar für Knochengewebe, Haut, Haare und Nägel ist. Zudem findet Silicium vielfach Verwendung bei der Herstellung moderner Baumaterialien wie Zement, Beton oder Glas.

Sonderabfalldeponie

Sonderabfalldeponien (SAD) dienen dauerhaft als Entsorgungsanlagen für Sonderabfälle. Die oberirdischen Deponien lagern überwachungsbedürftige, aus Reststoffen von Industrie und Gewerbe stammende Abfälle kontrolliert ab. Die TA Abfall (Technische Anleitung Abfall), die zweite allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Abfallgesetz, regelt dann den weiteren Umgang mit den Abfällen. Sie werden der Sonderabfalldeponie anhand der in der TA festgelegten Kriterien zugeordnet. Jede SAD verfügt über eine Kombinationsdichtung im Ablagerungsbereich. Das durch die Ablagerung anfallende Sickerwasser wird einer Sickerwasserbehandlungsanlage zugeführt, um eine Kontamination des Bodens zu verhindern.

Sondermüll / Sonderabfall

Als Sondermüll oder Sonderabfall gelten Abfälle, die durch Verbraucherinnen und Verbraucher nicht dem in Deutschland gültigen System der Abfalltrennung zugeordnet werden können. Die Begriffe Sondermüll und Sonderabfall finden umgangssprachlich Verwendung und werden meist synonym für den fachlich korrekten Ausdruck „gefährlicher Abfall“ eingesetzt. Die Entsorgung dieser Abfälle bedingt in der Regel einer gesonderten Verwertung bzw. Entsorgung, die meist durch eigens von den Kommunen eingerichtete Sammelstellen organisiert ist.

Sperrmüll

Nicht mehr genutzte oder gebrauchte Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände aus privaten Haushalten, die so groß und sperrig sind, dass sie nicht in die herkömmlichen, genormten Restabfallbehälter passen, werden als Sperrmüll bezeichnet. Dazu gehören u.a. Möbel, Matratzen, Fußbodenbeläge, Teppiche, Fahrräder oder Lampen. Autowracks, Kfz-Zubehörteile oder Teile, die fest mit Gebäuden oder sonstigen Bauwerken verbunden waren, sind nicht dem Sperrmüll zuzuordnen.

Spiegeleintrag

Als Spiegeleintrag gelten Eintragspaare im europäischen Abfallverzeichnis, die doppelt geführt werden, da sie sowohl als gefährlicher als auch als nicht gefährlicher Abfall eingestuft werden können. Gefährliche Abfallarten sind im Verzeichnis mit einem Asterisken (*Sternchen) gekennzeichnet. Bei nicht gefährlichen Abfällen wird die Abfallschlüsselnummer nicht durch ein Sternchen ergänzt. Als Beispiel sollen die Abfallschlüssel für Gase in Druckbehältern dienen: Abfallschlüssel 16 05 04* steht für gefährliche Stoffe enthaltende Gase in Druckbehältern (einschließlich Halonen). Der dazugehörige Spiegeleintrag mit dem Abfallschlüssel 16 05 05 wird für Gase in Druckbehältern mit Ausnahme derjenigen, die unter 16 05 04 fallen, verwendet.

Stoffstrommanagement

Die Analyse und Optimierung von Material- und Energieströmen, die bei der Herstellung von Produkten anfallen, wird als Stoffstrommanagement bezeichnet. Die Stoff- und Energieströme sollen dabei sowohl ökologisch als auch ökonomisch positiv beeinflusst werden. Ziel ist es, Strategien für das Schaffen von nachhaltigen Kreisläufen mit optimaler Ressourcen- bzw. Materialeffizienz zu erstellen. Stoffstrommanagement findet sowohl innerbetrieblich (integrierter Umweltschutz bei Produktherstellung) als auch überbetrieblich Anwendung. Aber auch bei der kommunalen Abfallentsorgung können durch erfolgreiches Stoffstrommanagement neue Sekundärbrennstoffe bzw. Rohstoffe gewonnen werden.

Störstoff

Für jede Abfallart gibt es in Deutschland ein entsprechendes Entsorgungsangebot. Störstoffe werden solche genannt, die die Entsorgung des enthaltenen Materials aufwendig machen und die Weiterverarbeitung stören. Nicht kompostierbare Stoffe wie Glas, Plastik, Dosen, Speiseöle oder Windeln sind Störstoffe in Bioabfall. Auch vermeintlich kompostierbare Plastiktüten gelten dabei als Störstoff, da sie sich nicht schnell genug zersetzen. Die Rottezeit liegt weit über der des normalen Biomülls. Biologischer Abfall, der in Plastiktüten gesammelt wurde, wird also generell als Störstoff aussortiert, unabhängig von kompostierbarem und nicht kompostierbarem Plastik.

Strategische Metalle

Der Begriff „Strategische Metalle“ ist durch die Finanzwelt und Politik geprägt. Dabei handelt es sich um Metallgruppen, die für ihre Förderländer oder die Länder, die sie weiterverarbeiten, eine sehr hohe wirtschaftliche und damit auch politische Bedeutung haben. Meist besitzen sie im Vergleich zu Industriemetallen wie Eisen, Kupfer und Zinn einzigartige physikalische Eigenschaften. 25 Metalle gehören zu dieser Gruppe, zum Beispiel Kadmium, Arsen, Lithium, Magnesium und Chrom.

Tanklager

Bei Anlagen, die aus einer Vielzahl von Tanks bestehen und in denen Brenn- und Treibstoffe wie Motorenbenzin, Heizöl und Dieselkraftstoff gelagert werden können, spricht man von Tanklagern. Sie werden zum Beispiel bei der Zwischenspeicherung von Erdöl, während der Ölförderung, bei Erdölraffinerien oder in der Chemieindustrie für die Lagerung von Chemieprodukten genutzt. Je nach Bedarf sind oberirdische, unterirdische oder Schwimmdachtanks im Einsatz. Das Tanklager Farge in Bremen ist mit 300.000 Kubikmetern Fassungsvermögen das größte unterirdische Tanklager der Welt.

Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS)

Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) dienen dazu, den Stand der Technik, der Arbeitsmedizin und der Arbeitshygiene für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen wiederzugeben. Der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) stellt diese Richtlinien auf, entwickelt sie stetig weiter und passt sie an aktuelle Gegebenheiten an. Eine offizielle Bekanntmachung der TRGS erfolgt anschließend durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Im Technischen Regelwerk werden die vom Ausschluss für Gefahrstoffe beschlossenen Regeln und Erkenntnisse beschrieben.

Transformator / Trafo

Ein Transformator (kurz Trafo) ist eine technische Anlage der Energietechnik. Das Bauelement besteht aus Spulen, vielfach aufgewickeltem Kupferdraht und einem Kern. Mithilfe eines Trafos können Spannungen, Ströme und Widerstände in einem Wechselstromkreis erhöht oder verringert werden. Dabei wird eine Eingangswechselspannung in eine Ausgangswechselspannung umgewandelt. Da in Trafos viele hochwertige Rohstoffe verbaut sind, müssen diese bei der Entsorgung getrennt werden. Viele Bestandteile lassen sich dem Recycling zuführen. Entsorgungsunternehmen schmelzen die Metalle ein und verwerten das Trafoöl durch Reraffination, schadstoffbelastetes Öl wird beseitigt

UN-Nummern

UN-Nummern (oder auch Stoffnummern) sind vierstellige Nummern, die für alle gefährlichen Stoffe und Güter festgelegt sind. Diese wurden von einem Expertenkomitee der Vereinten Nationen aufgestellt. Auf allen Gefahrguttransporten muss eine orangefarbene Warntafel angebracht sein. Die obere Nummer zeigt dabei die Gefahrnummer und die untere die UN-Nummer an. Die Kennzeichnung ermöglicht eine schnelle Erfassung des Gefährdungspotenzials von Stoffen und befähigt in Notfallsituationen, die richtigen Maßnahmen einzuleiten. Nicht nur einzelne chemische Verbindungen, sondern auch Stoffgruppen und Güter mit ähnlichem Gefährdungspotenzial erhalten UN-Nummern.

Verpackungsverordnung / Verpackungsgesetz

Die Verpackungsverordnung (VerpackV) trat 1991 in Kraft und wurde 2019 durch das Verpackungsgesetz (VerpackG) abgelöst. Die VerpackV war das erste Regelwerk, das die Verantwortung der Hersteller für die Entsorgung ihrer Verpackungsprodukte festlegte. Seit 2019 gilt das VerpackG für alle, die mit Ware befüllte, beim Endverbraucher anfallende Verpackungen in Verkehr bringen. Verkaufsverpackungen mit einer schadstoffhaltigen Füllgüte gehören dabei zu den Sonderabfällen. Die VerpackV regelte bereits, dass Händler sich an mindestens einem Rückhol-System (z. B. Duales System Deutschland) beteiligen müssen. Ziel des VerpackG ist es, die Entsorgung auf einer nachhaltigen und wettbewerbsneutralen Grundlage zu gestalten.

Verwertung

Der Begriff Verwertung (od. umgangssprachl. häufig „Wiederverwertung“) bezeichnet die Rückführung von Stoffen bzw. Energien in den Stoff- oder Energiekreislauf sowie die Gewinnung von Rohstoffen aus Abfällen. Er wird also sinngleich gesetzt mit dem Begriff des Recyclings. Hierbei werden zwei Arten der Verwertungstechnik unterschieden. Zum einen die (werk-)stoffliche und zum anderen die rohstoffliche Verwertung, die auch als chemische oder energetische Verwertung bekannt ist. Bei der (werk-)stofflichen Verwertung wird der Abfall als Wertstoff für ein neues Produkt genutzt (z. B. Glas, Recyclingpapier usw.). Rostoffliches Recycling hingegen entspricht der Substitution von Rostoffen durch (aufbereitete) Abfälle oder von Primärenergieträgern.

WEEE-Richtlinie

Die WEEE-Richtlinie (auch Elektro(nik)altgeräte-Richtlinie) enthält Sammelziele und spezifische Recycling- und Verwertungsquoten. Seit 2006 ist Deutschland gegenüber der EU-Kommission verpflichtet über die Einhaltung dieser Quoten zu berichten. Seit 2016 gibt die WEEE relative Sammelquoten vor. Der Wert beträgt 45 % des Durchschnittsgewichts der in den drei Vorjahren in Verkehr gebrachten Elektro(nik)geräte. Ab 2019 müssen 65 % gesammelt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es wichtig, die sogenannten Haushaltsgroßgeräte wie Waschmaschinen und Kühlschränke, aber auch Fernseher und Monitore besser zu erfassen. Durch das große Gewicht dieser Geräte tragen sie besonders stark zur gewichtsbezogenen Sammelquote bei.

Wertstoffe

Wertstoffe sind Materialien und Stoffe, die nach Gebrauch als Abfall anfallen und verwertet, zur Herstellung neuer Produkte verwendet oder als getrennte Rohstoffe erneut zur Verfügung gestellt werden können. Recycling ermöglicht, Wertstoffe ertragreich dem Wirtschaftskreislauf zurückzuführen. Altpapier, Glas und Kunststoff sind dabei die bekanntesten Wertstoffe. Verschiedene seltene Metalle finden sich bspw. in Handys oder Kameras. In Autos stecken zahlreiche Wertstoffe wie Stahl, Kupfer, Leicht- und Edelmetalle, Glas und Kunststoffe. Mit hochtechnologisierten Verwertungsverfahren ist es möglich, gefährliche Abfälle wie z. B. Altöl, Tonerkartuschen, Ölfilter oder PU-Schaumdosen zu recyceln. Schadstoffe werden sicher abgetrennt, zerstört und somit hochqualitative Wertstoffe gewonnen. Die konsequente Rückgewinnung von Wertstoffen bildet einen wichtigen Aspekt für nachhaltige Entsorgung und schont sowohl Ressourcen als auch die Umwelt.

Wertstoffhöfe

Wertstoffhöfe (od. Recyclinghöfe) sind abfallwirtschaftliche Einrichtungen, die als zentrale Sammelstelle für verwertbare Abfälle aus privaten Haushalten dienen. Die Funktionsweise eines Wertstoffhofes besteht darin, dass Benutzer ihre Wertstoffe selbst zur Entsorgung bringen und vom Fachpersonal bei der Verteilung beraten werden. Ein Wertstoffhof ist also ein sogenanntes Bringsystem. Im Gegensatz dazu stehen Holsysteme wie bspw. die gelbe oder schwarze Tonne. Ein Recyclinghof bietet die Möglichkeit, Glas, Papier und Pappe, Metalle, Kunststoffe, Sperrmüll, Problemabfälle wie Lösungsmittel und Farbreste und Batterien sowie Elektro- und Elektronikschrott abzugeben. Einen großen Anteil bilden außerdem organische, kompostierbare Abfälle sowie Bauschutt und Baumischabfall. Ziel der Wertstoffsammlung ist es, durch Getrennthaltung und das Recycling Ressourcen zurückzugewinnen und erneut in den Stoffkreislauf einzuspeisen.

Wertstoffkreislauf / (Roh-) Stoffkreislauf

Ein Wertstoffkreislauf ergibt sich aus der konsequenten Wiederverwendung und Verwertung von Materialien. Dies hat ökologische und ökonomische Vorteile. Mit dem Recycling von Abfällen kann einer Knappheit und Verteuerung von Rohstoffen entgegengewirkt werden. Abfälle im Wertstoffkreislauf werden getrennt gesammelt, sortiert, aufbereitet und schließlich wieder eingesetzt. Weitläufig bekannt ist das Stoffkreislaufprinzip von Materialien wie Kunststoff, Papier, Glas und Metallen. Letztere werden eingeschmolzen, um so wieder in neue Herstellungsprozesse zu gelangen. Auch aus gefährlichen Abfällen lassen sich Sekundärrohstoffe zurückgewinnen. Durch die getrennte Entsorgung und eine entsprechende Wiederaufbereitung mittels geeigneter Verfahren können so z. B. Schmieröle oder Metalle wie Nickel und Kobalt wiedergewonnen werden.

Wiederverwendung

Der Prozess der Wiederverwendung beschreibt einen Vorgang, bei dem ein noch brauchbarer Gegenstand einem anderen Zweck zugute kommt und weiterhin genutzt wird. Dies wird auch als Re-Use bezeichnet. Eine größere Häufigkeit von Wiederverwendungen bringt auch ökologische Vorteile. Die Einsparungen von CO2 sind klar erkennbar, u. a. bei Möbeln und Büchern. Die Wiederverwendung schont nicht nur Ressourcen, sondern erzeugt auch weniger Abfall.

Zelluloidfilm / Nitrofilm

Zelluloidfilm, auch Nitrofilm genannt, ist ein Filmträger auf Nitratbasis, der zwischen 1900 und 1950 weit verbreitet war. Aufgrund der hohen Sicherheitsrisiken wurde er 1951 vom Sicherheitsfilm abgelöst. Hauptbestandteil von Zelluloidfilm ist Nitrozellulose. Diese wird mit Schwefel und Salpetersäure aus Baumwollresten hergestellt. In Deutschland wird diese chemische Bindung als Sprengstoff eingestuft, da sie eine höhere Sprengkraft besitzt als Schwarzpulver. Sobald Zelluloidfilm brennt, gibt es keine Möglichkeit, das Feuer zu löschen. Der Stoff enthält genug Sauerstoff, um auch unter Einwirkung von Löschprodukten weiter zu brennen. Bei der Zersetzung des Stoffes entstehen stechende, säurehaltige Gase bis der Film komplett zerfällt und sich ein braunes Pulver bildet. Bei der Lagerung müssen strenge Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden, denn der Film kann sich bereits ab einer Temperatur von 38 Grad Celsius selbst entzünden. Die optimale Aufbewahrung erfolgt in speziellen Archiven, in denen Temperatur und Luftfeuchtigkeit konstant geregelt sind.

Zellulosenitrat / Nitrozellulose

Zellulosenitrat wird auch als Nitrozellulose oder Schießbaumwolle bezeichnet und ist eine weiße, zähe, geruchs- und geschmackslose Masse. Nach der Entzündung verbrennt der Stoff augenblicklich, auch ohne die Anwesenheit von Luftsauerstoff. Es entsteht bei der Verbrennung keinerlei für das menschliche Auge sichtbarer Rauch, deshalb wird Zellulosenitrat auch als rauchloses Pulver bezeichnet. Verwendet wird es für die Herstellung von Bergbausprengstoffen, Raketentreibstoffen, Nitrolacken und Klebstoff. Auch bei der Untersuchung der DNA-Membranen findet der Stoff Verwendung. Da Zellulosenitrat dem deutschen Sprengstoffgesetz unterliegt erfolgt, die Lagerung nur in dicht verschlossenen Behältern unter hohen Sicherheitsstandards. Entsorgt werden darf der Stoff nur in behördlich genehmigten Anlagen.

ZKS-Abfall

Die Zentrale Koordinierungsstelle (ZKS-Abfall) ist eine Einrichtung zur technischen Umsetzung des elektronischen Abfallnachweisverfahrens (eANV). Durch sie wird der länderübergreifende, bundesweit einheitliche Datenaustausch ermöglicht. Um als Unternehmen bei der ZKS-Abfall teilzunehmen, muss eine Registrierung erfolgen. Pro Jahr werden voraussichtlich 150.000 Entsorgungsnachweise, 14 Millionen Übernahmescheine und drei Millionen Begleitscheine bearbeitet und versendet. Die ZKS-Abfall besteht aus dem Web-Portal, dem Länder-eANV und der virtuellen Poststelle.