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Abfallhierarchie

Der Begriff Abfallhierarchie bezeichnet die Abstufung bei der Behandlung von Abfällen. Die bis 2008 dreistufige Abfallhierarchie „Vermeiden, verwerten, beseitigen“ wurde mit der Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG der Europäischen Gemeinschaft durch das fünfstufige Modell „Vermeidung, Vorbereitung zur Wiederverwendung, Recycling, sonstige Verwertung, Beseitigung“ ersetzt. Wesentlicher Grundgedanke der fünfstufigen Abfallhierarchie ist die Priorisierung von einerseits Vermeidung und andererseits Verwertung sowie des Umweltschutzes bei der Behandlung von Abfällen. Besonders im Umgang mit gefährlichem Abfall liegen erhöhte Umweltrisiken vor. Im Leitfaden zur Anwendung der Abfallhierarchie hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) alle wichtigen Regelungen, die EU-rechtlich und im Sinne des KrWG gelten, noch einmal zusammengefasst.

Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG (AbfRRL)

Die von der Europäischen Gemeinschaft erlassene Abfallrahmenrichtlinie trat im Dezember 2008 mit dem Ziel in Kraft, durch die Definition von Schlüsselbegriffen und Maßnahmen zur Abfallverwertung als zentrales Regelwerk der europäischen Abfallwirtschaft zu fungieren. Die Ergänzung der bisherigen Abfallrahmenrichtlinie um Bestimmungen zur Altölbeseitigung und über gefährliche Abfälle dient der Vereinheitlichung und Vereinfachung des Abfallrechts in Europa. Die europäische Verordnung ist als Maßgabe zur Gestaltung und Umsetzung national geltenden Abfallrechts für die EU-Mitgliedsstaaten zu verstehen. Die Einordnung bzw. Überführung der EU-rechtlichen Bestimmungen ist das in Deutschland geltende Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG).

Abfallverzeichnis-Verordnung / AVV (D)

Die Abfallverzeichnis-Verordnung kategorisiert und katalogisiert Abfälle im Hinblick auf ihre Überwachungsbedürftigkeit. Sie stellt die nationale Überführung des Europäischen Abfallverzeichnisses (EAV) dar und übernimmt damit die einheitliche Terminologie für Abfälle und die Abfallwirtschaft im Allgemeinen, die durch die Beschlüsse der Europäischen Gemeinschaft vorgegeben wurde. In der AVV wird die Einstufung von Abfällen als „gefährlich“ von der Herkunft abhängig gemacht und nach Gefährlichkeitsmerkmalen, den sog. „H-Kriterien" vorgenommen. Auf die Qualität (Analysewerte) des einzelnen Aballes hebt die AVV nicht ab. Sie besteht aus drei Paragraphen und einem Abfallverzeichnis (Anlage), das 842 Abfallarten auflistet. Alle Abfälle sind mit einer Abfallschlüsselnummer versehen. Gefährliche Abfälle sind explizit mit einem * nach der Abfallschlüsselnummer gekennzeichnet.

ADR (Europäische Gefahrgutverordnung)

Das ADR ist die Abkürzung (Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route) zur Bezeichnung des Europäischen Übereinkommens über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße. Dieses Regelwerk enthält Verordnungen zur Klassifizierung, Verpackung, Kennzeichnung und Dokumentation gefährlicher Güter. Außerdem legt es den Umgang mit dem Gefahrgut während der Beförderung fest und enthält Bestimmungen für die zum Transport verwendeten Fahrzeuge. Die aktuelle Fassung des ADR vom 3. Januar 2018 wird online vom Bundesanzeiger Verlag zur Verfügung gestellt.

Aerosol

Der Begriff Aerosol („aer“ = Luft, „solutio“ = Lösung) ist die Bezeichnung für ein Gemisch aus flüssigen und/oder festen Schwebeteilchen in der Luft. Aerosolpartikel sind Bestandteile unserer Erdatmosphäre, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Organische Anteile stellen hier z. B. Pollen, Bakterien und Viren dar. Anorganische Anteile sind bspw. durch Erosion entstandener Wüstenstaub oder vulkanische Asche. Vom Menschen verursachte Beispiele für Aerosole sind Verbrennungsprodukte wie Rauch, Asche oder industriell hergestellte Nanopartikel. Zur Aufbewahrung von Aerosolen dienen in der Industrie Spray- oder Aerosoldosen, die das flüssig-gasförmige Gemisch bzw. Produkt durch einen Pump- und Sprühmechanismus zur Anwendung freigeben.

Altlasten

Mit dem Begriff Altlasten werden Flächen bezeichnet, die durch ihre bisherige Nutzung und daher oft verbunden mit einem Eingriff des Menschen in die Natur, nicht mehr der Mindestqualität entsprechen. Dies gilt nicht nur für Böden, sondern auch für das Grundwasser. Betroffene Flächen sind bspw. ehemalige Standorte der chemischen Industrie, Galvanik oder metallverarbeitenden Gewerbes. Abfälle wurden hier in der Vergangenheit bedenkenlos abgekippt, sodass u. a. Öle, Säuren und Teer zur Kontamination des Bodens beitrugen. Das fehlende Umweltbewusstsein führt in der Konsequenz zu vielfältigen Problemen. So enthalten die nicht ordnungsgemäß entsorgten Abfälle mitunter gefährliche Stoffe, wie z. B. Kohlenwasserstoffe oder Schwermetalle, die eine Gefahr für das Trinkwasser und die Bodenqualität darstellen.

Andienungs-, Überlassungs- und Nachweispflichten

Mit den Begriffen Andienungs-, Überlassungs- und Nachweispflicht werden rechtliche Verbindlichkeiten bezeichnet, die durch das europäische und deutsche Abfallrecht für Wirtschaft, Industrie und Entsorger vorgeschrieben sind. Eine Andienungspflicht liegt z. B. dann vor, wenn gesetzlich vorgeschrieben ist, dass Sonderabfall einer bestimmten Entsorgungseinrichtung angeboten (angedient) werden muss. Landesspezifische Andienungspflichten für gefährliche Abfälle zur Beseitigung gibt es in der Bundesrepublik Deutschland in den Ländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Berlin/ Brandenburg und Bayern. In Rheinland-Pfalz müssen zudem auch gefährliche Abfälle zur Verwertung angedient werden. Eine Überlassungspflicht beschreibt die (physische) Übergabe des Abfalls von Besitzer zu Entsorger und zeigt damit einen Wechsel des zivilrechtlichen Eigentums an. Eine Nachweispflicht bezeichnet die Anzeige und Nachweisführung über die ordnungsgemäße und umweltgerechte Entsorgung gefährlicher Abfälle. Ihr wird bspw. mithilfe des elektronischen Abfallnachweisverfahrens (eANV) Folge geleistet.

Bau- und Abbruchabfälle

Bau- und Abbruchabfälle, auch Baumischabfälle genannt, fallen bei Baumaßnahmen an und bezeichnen ein Gemisch von mineralischen und nicht mineralischen Stoffen. Typische Vertreter dieser Abfallart sind Tapete, Kabel, Rohre, Fenster, Türen sowie Verpackungsmaterial und Kunststoffe. Bei der Entsorgung von Baumischabfällen ist darauf zu achten, dass keine schadstoffhaltigen bzw. gefährlichen Abfälle in den Gemischen enthalten sind. Fassadendämmungen aus Styropor oder Mineralwolle müssen daher bspw. separat entsorgt werden. Laut Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) sind Abfallerzeuger dazu verpflichtet, die anfallenden Abfallmengen direkt vor Ort getrennt und sortenrein zu sammeln.

Bleibatterien

Bleibatterien, auch Bleiakkumulatoren genannt, sind Speicher für elektrische Energie. Ihre Elektroden bestehen aus Bleidioxid, der Elektrolyt enthält verdünnte Schwefelsäure. Die Masse von Bleiakkus ist im Verhältnis zu ihrem Volumen groß und hat eine geringe Energiedichte. Mit einer Lebensdauer von mehreren Jahren sind sie nicht nur zuverlässig, sondern auch kostengünstig. Neben diesen Vorteilen, weisen Bleibatterien jedoch eine hohe Toxizität auf und wirken ätzend auf organisches Gewebe. Am häufigsten finden sie Verwendung als Starterbatterien für Kraftfahrzeuge oder auch als Energiespeicher für Elektrofahrzeuge.

CLP-Verordnung

Die Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen CLP (Classification, Labelling and Packaging of substances and mixtures) geht aus dem Global Harmonisierten System der Vereinten Nationen hervor. Als eine Ergänzung zur Gefahrstoffrichtlinie 67/548/EWG und der REACH-Verordnung stellt sie den freien Verkehr von Stoffen, Gemischen und Erzeugnissen in der EU sicher. Europäische Hersteller, Importeure und nachfolgende Anwender sind durch die Verordnung dazu verpflichtet, Stoffe und Gemische ordnungsgemäß einzustufen, um so Mensch und Umwelt vor möglichen Risiken zu bewahren

Der Grüne Punkt

Der Grüne Punkt, in vereinzelten Ländern auch nur „Der Punkt“, ist ein weltweit geschütztes Markenzeichen, das Einsatz und Aufdruck auf Verpackungen in vielen europäischen Ländern findet. In Deutschland zeigt es Verbraucherinnen und Verbrauchern seit 1991 an, dass der Hersteller für diese Verpackung die Pflichten der Verpackungsverordnung erfüllt hat. Der Grüne Punkt ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, dass die Sammlung, Sortierung und Verwertung von gebrauchten Verkaufsverpackungen steuert. Ziel der Marke ist es Wertstoffe in geschlossenen Kreisläufen zu halten und so nicht nur wertvolle Umweltressourcen zu schonen, sondern auch das Klima.

ear (Elektro-Altgeräte Register)

Die Stiftung Elektro-Altgeräte Register registriert Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten, stellt Sammelbehälter für die Entsorgung von Elektro- und Elektronikaltgeräten bereit und koordiniert ihre Abholung. Im Zuge der Überführung der EU-Richtlinie zur Reduktion des Elektroschrottaufkommens in nationales Recht wurde die ear von den Produzenten selbst gegründet. 2015 hat das Umweltbundesamt der Stiftung hoheitliche Aufgaben aus dem ElektroG übertragen. Zudem sichert die Stiftung die wettbewerbsgerechte Umsetzung von Garantieprüfungen, die Festlegung kollektiver Herstellergarantiesysteme und die Erfassung der in Verkehr gebrachten Elektro- und Elektronikgeräte

ElektroG (Elektro- und Elektronikgerätegesetz)

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz dient der Regulation und dem Umgang mit Abfallmengen (nicht mehr) gebrauchter oder defekter Elektrogeräte. Das Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten ist am 20.10. 2015 in Kraft getreten und legt den Fokus auf die Wiederverwendung- oder Verwertung der Geräte. Dies steht in direktem Zusammenhang mit den Verantwortungen, die Hersteller, Importeure, Exporteure und Händler von elektronischen Geräten tragen. Bereits die Produktion soll umwelt- und ressourcenschonend erfolgen und demnach auch die Entsorgungs- und Recyclingmöglichkeiten stets im Blick behalten. Durch eine gesetzliche Neuerung im August 2018 fallen nun auch Gegenstände, die fest verbaute Elektroteile aufweisen, unter das ElektroG.

Elektronisches Abfallnachweisverfahren (eANV)

Das elektronische Abfallnachweisverfahren ist seit dem 1. April 2010 für die Entsorgung gefährlicher Abfälle gesetzlich vorgeschrieben. Es stellt die Überwachung der Entsorgung bzw. Verwertung der Abfälle sicher. Nicht nur die Erzeuger, Transporteure, Verwerter und Entsorger gefährlicher Abfälle sind zur Anwendung des Verfahrens verpflichtet. Auch die zuständigen Behörden müssen alle Schritte in der Behandlung der Abfälle mittels sogenannter Nachweise festhalten. Die drei wichtigsten Dokumente des Verfahrens sind der Entsorgungsnachweis, der Begleitschein und ein Übernahmeschein. Damit wird eine fachgerechte und vollständige Entsorgung sichergestellt, die nicht nur währenddessen, sondern auch im Nachgang kontrolliert und überprüft werden kann. Mit der Einführung der qualifizierten elektronischen Signatur 2011 wurde das Abfallnachweisverfahren vollumfänglich eingeführt und digitalisiert.

Elektroschrott

Elektro- und Elektronikaltgeräte werden umgangssprachlich häufig mit dem Begriff ‚Elektroschrott‘ bezeichnet. Gefahrstoffe und Verbindungen wie Quecksilber, Blei und Kadmium, aber auch Halogenkohlenwasserstoffe sind meist in Elektro- und Elektronikgeräten enthalten. Da diese für Mensch und Umwelt ein Risiko darstellen können, wird Elektroschrott in Deutschland in der Regel als gefährlicher Abfall eingestuft und darf daher nicht über den Haushaltsabfall entsorgt werden. Der Handel ist ab einer Ladenfläche bzw. Lagerfläche ab 400 m² zur Rücknahme von Altgeräten verpflichtet. Darüber hinaus sind in den Kommunen für die Gewährleistung einer sicheren und ordnungsgemäßen Entsorgung eigens dafür vorgesehene Sammelstellen eingerichtet.

Entsorgungsfachbetrieb

Dabei handelt es sich um Betriebe, die Abfälle entsorgen und die für ihre Entsorgungstätigkeiten durch eine technische Überwachungsorganisation oder eine Entsorgergemeinschaft als Entsorgungsfachbetriebe zertifiziert worden sind. Eine Entsorgung von gefährlichen Abfällen mit Hilfe eines Entsorgungsfachbetriebs dient dazu, die Gewerbebetriebe hinsichtlich ihrer eigenen Verantwortung für die Entsorgung der bei ihnen anfallenden Abfälle zu entlasten. Nach der Rechtsprechung müssen sich die Gewerbebetriebe bei der Übergabe ihre Abfälle vergewissern, dass das beauftragte Entsorgungsunternehmen hinreichend fachkundig und zuverlässig für die Entsorgung der gefährlichen Abfälle ist. Das wird durch die Beauftragung von Entsorgungsfachbetrieben, die auf eine Entsorgung gefährlicher Abfälle spezialisiert sind, sichergestellt.

Erneuerbare Energien

Regenerative Energien sind Energiequellen, die im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen, bzw. Energiequellen, unerschöpflich sind. Die wichtigsten erneuerbaren Energieträger sind Wind- und Sonnenenergie. Im Zuge einer nachhaltigen Energiepolitik leisten regenerative Energien einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Ziel ist es, bei der zukünftigen Energieversorgung nahezu gänzlich auf fossile Brennstoffe verzichten zu können. Neben Wind- und Sonnenenergie zählen Meeresenergie, Wasserkraft, Bioenergie (Biomasse) und Geothermie zu den regenerativen Energiequellen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht vor, dass bis zum Jahr 2025 etwa 40-45 % des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien stammen sollen.

Europäische Sammelquote

Die Elektro- und Elektronik-Altgeräte-Richtlinie (WEEE-Richtlinie) enthält Sammelziele und spezifische Recycling- und Verwertungsquoten. Seit 2006 ist Deutschland gegenüber der EU-Kommission verpflichtet über die Einhaltung dieser Quoten zu berichten. Seit 2016 gibt die WEEE relative Sammelquoten vor. Der Wert beträgt 45 % des Durchschnittsgewichts der in den drei Vorjahren in Verkehr gebrachten Elektro- und Elektronikgeräte. Ab 2019 müssen 65 % gesammelt werden. Um dieses Ziel zu erreichen ist es wichtig, die sogenannten Haushaltsgroßgeräte wie Waschmaschinen und Kühlschränke, aber auch Fernseher und Monitore besser zu erfassen. Durch das große Gewicht dieser Geräte tragen sie besonders stark zur gewichtsbezogenen Sammelquote bei.

Europäisches Abfallverzeichnis (EAV)

Das Europäische Abfallverzeichnis nimmt eine Einstufung von Abfällen in Abhängigkeit ihrer Überwachungsbedürftigkeit vor. Die Europäische Gemeinschaft hat damit eine einheitliche Terminologie für Abfälle und die Abfallwirtschaft im Allgemeinen festgelegt. Sie ist für alle EU-Mitgliedstaaten verbindlich anzuerkennen und von ihnen wortgleich in das nationale Recht zu überführen. In diesem Verzeichnis wird die Einstufung gefährlicher Abfälle vorgenommen und im Besonderen nach den darin enthaltenen gefährlichen Stoffen eingeordnet.

FCKW

FCKW (auch Fluorchlorkohlenwasserstoffe) sind eine Untergruppe der Halogenkohlenwasserstoffe, die aus niedermolekularen organischen Verbindungen bestehen und als Lösemittel, Kältemittel oder Treibgase eingesetzt werden. Sie sind im besonderen Maße klimaschädlich, da sie die Ozonschicht schädigen und maßgeblich zum Treibhauseffekt beitragen. Mitte der siebziger Jahre warnten amerikanische Chemiker erstmals vor einem möglichen negativen Einfluss von FCKW auf den Sonnenschutzmantel unserer Atmosphäre. 1991 trat hierzu die HKW-Verbots-Verordnung in Kraft, die 2006 durch die Chemikalien-Ozonschichtverordnung abgelöst wurde. Damit wurde der Einsatz von FCKW schrittweise reduziert und schließlich ein gänzliches Verbot durchgesetzt.

Fossile Brennstoffe

Erdöl, Erdgas, Braunkohle, Steinkohle und Torf sind fossile Energiequellen. Sie bestehen aus Biomasse, die unter Luftabschluss nicht verrottet ist. Ihre chemische Energie ist daher erhalten geblieben und wird durch thermische Prozesse, wie z. B. Verbrennung, wieder freigesetzt und nutzbar gemacht. Der Verbrauch fossiler Brennstoffe ist in hohem Maße umweltbelastend und trägt nachweislich zur Erderwärmung bei. In Anbetracht ihrer Endlichkeit stehen fossile Brennstoffe damit im Gegensatz zu den erneuerbaren Energien.

Gefahrgutverordnung (GGVSEB)

Die Gefahrgutverordnung regelt in Deutschland die innerstaatliche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter. Dabei gilt sie auf der Straße mit Fahrzeugen (Straßenverkehr), auf der Schiene mit Eisenbahnen (Eisenbahnverkehr) und auf allen schiffbaren Binnengewässern (Binnenschifffahrt). Die Beförderung gefährlicher Güter mit Seeschiffen auf Seeschifffahrtsstraßen und in angrenzenden Seehäfen sowie den Transport gefährlicher Güter über den Luftweg regelt die Gefahrgutverordnung hingegen nicht. Diese Transporte werden über die DGR (Dangerous Goods Regulations) geregelt. Spezielle Vorgaben für gefährliche Güter, die gleichzeitig Abfälle sind, gibt es abgesehen von Einzelerlassen in den Gefahrguttransportvorschriften nicht. Der Transport findet normalerweise vor der Beseitigung des Abfalls statt.

Gefährlicher Abfall

Als gefährlicher Abfall werden laut §48 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) und Anhang III der Abfallrahmenrichtlinie der EU (2008/98/EG) alle Abfälle bezeichnet, die mindestens eine der folgenden gefahrenrelevanten Eigenschaften aufweisen: explosiv, brandfördernd, (leicht) entzündbar, reizend, gesundheitsschädlich, giftig, krebserzeugend, ätzend, infektiös, fortpflanzungsgefährdend (reproduktionstoxisch), mutagen, sensibilisierend oder ökotoxisch. Außerdem sind Abfälle, die bei der Berührung mit Wasser, Luft oder einer Säure ein giftiges oder sehr giftiges Gas abscheiden sowie Abfälle, die nach der Beseitigung auf irgendeine Weise die Entstehung eines anderen Stoffes bewirken können als gefährlich einzustufen.

Gefahrstoff

Stoffe oder Gemische, die für Mensch oder Umwelt gefährlich sein können, werden als Gefahrstoffe bezeichnet. Gekennzeichnet sind diese durch unterschiedliche Gefährlichkeitsmerkmale. So können Gefahrstoffe zum Beispiel giftig, reizend, ätzend, krebserzeugend, leichtentzündlich oder umweltgefährlich sein. Dabei regelt die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) innerhalb Deutschlands, welche Stoffe als gefährlich gelten. Ein Stoff, der gemäß Chemikalienrecht als Gefahrstoff eingestuft ist, gilt nicht automatisch als Gefahrgut. Gefährliche Stoffe bzw. deren Verpackung müssen gekennzeichnet sein. Die darauf abgebildeten Gefahrenpiktogramme und Gefahrenhinweise geben bereits Auskunft über den Gefährlichkeitsgrad.

Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV)

Um eine möglichst hochwertige Verwertung von Abfällen zu gewährleisten, schreibt die Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) vor, dass Gewerbebetriebe dazu verpflichtet sind, ihre Abfälle bereits an der Anfallstelle zu trennen. Die Modernisierung der GewAbfV im Jahr 2017 brachte eine erweiterte Dokumentationspflicht und die Ergänzung um 2 Abfallkategorien mit sich. Neben Papier, Kunststoff, Glas, Bioabfall und Metall werden nun auch Holz und Textilien gesammelt. Elektro(nik)geräte und Batterien unterliegen nicht der GewAbfV und müssen nach geltendem ElektroG separat entsorgt werden. Ziel der unmittelbaren Abfalltrennung am Anfallort ist die Reduzierung von Abfällen, die thermisch verwertet werden. Befreit sind Betriebe von der Getrennthaltung, wenn das Abfallgemisch einer Abfallsortieranlage zugeführt wird, die Abfälle trennt und anschließend der Verwertung zuführt.

GHS

Zur Einstufung von Chemikalien haben die Vereinten Nationen ein weltweit einheitliches System, das Global Harmonisierte System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS), erstellt. Dieses dient unter anderem dazu, Chemikalien auf Verpackungen und Sicherheitsdatenblättern kenntlich zu machen. Durch die einheitlichen und weltweit geltenden Piktogramme, die für die Kennzeichnung von Chemikalien genutzt werden, sollen Gefahren im Umgang mit den chemischen Substanzen, ihrer Herstellung, des Transports und ihrer Verwendung, verringert werden.

Giftmüll

Mit dem Begriff Giftmüll werden umgangssprachlich häufig Abfälle bezeichnet, die radioaktive oder gefährliche Stoffe beinhalten und somit ein Risiko für Mensch und Umwelt darstellen. Der Ausdruck vermischt zwei Kategorien von Altlasten, die in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Abfällen und ihrer Entsorgung strikt voneinander zu trennen sind. Radioaktive Abfälle sind höchst gefährlich und kontaminieren ihre Umgebung u.a. durch Strahlung. Außerdem ist die sichere Beförderung und Lagerung radioaktiven Abfalls ein zentrales und bisher nicht endgültig gelöstes Problem bezüglich des Umweltschutzes. Gefährliche Abfälle stellen zwar ebenfalls ein Risiko für Mensch und Umwelt dar, können jedoch durch Recycling und/ oder Beseitigung mittels Verbrennung entschärft werden.

Haushaltsmüll / Haushaltsabfall

Unter Haushaltsabfall werden alle Abfälle verstanden, die in privaten Haushalten anfallen. Die in Deutschland gültige Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) unterscheidet in 842 verschiedene Abfallarten. 408 davon sind gefährliche Abfälle. Abfallgruppen, die dem Haushaltsmüll zugeordnet werden können sind u. a. Altglas, Altpapier, Bio- und Verpackungsabfälle. Auch gefährliche Abfälle können in geringen Mengen in privaten Haushalten anfallen, so u. a. Altbatterien, Altmedikamente oder Elektro- und Elektronik-Altgeräte.

Infektiöser Abfall

Als infektiös gelten Abfälle, die mit Erregern übertragbarer Krankheiten kontaminiert sind und an deren Sammlung und Entsorgung aus infektionspräventiver Sicht besondere Anforderungen gestellt werden. Zur Verhinderung von Infektionen werden Abfälle dieser Art in zugelassenen Verbrennungsanlagen bzw. durch anerkannte Desinfektionsverfahren dekontaminiert. Infektiöse Abfälle fallen insbesondere in Isoliereinheiten von Krankenhäusern, Dialysestationen, Pathologien und mikrobiologischen sowie infektionsserologischen Laboratorien an und entstehen bei der Diagnose, Behandlung und Pflege von Patienten mit Infektionskrankheiten. Auch Abfälle aus der human- und biomedizinischen Forschung und Diagnostik an Tieren können hierzu zählen. Ansteckungsgefährliche Abfälle gelten zudem als Gefahrgut. Für den Transport müssen deshalb die Vorgaben zu Kennzeichnung und Verpackung aus der Gefahrgutverordnung und dem ADR eingehalten werden.

Klärschlamm

Klärschlamm entsteht bei biologischer Abwasserklärung durch Sedimentation der abgestorbenen Mikroorganismen. Die Schlämme stammen meist aus Kläranlagen, die Abwässer aus der kommunalen Kanalisation klären. Da Klärschlamm einen hohen Stickstoff- und Phosphorgehalt aufweist, eignet er sich besonders für die Düngung landwirtschaftlicher Böden sowie die Herstellung von Düngemittel. Diese Anteile sind jedoch nur dann nutzbar, wenn sie nicht mit Schadstoffen belastet sind.

Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG)

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) ist die juristische Entsprechung der EU-Abfallrahmenrichtlinie (2008/98/EG, AbfRRL) für Deutschland. Die Ziele der europäischen Gemeinschaft werden darin umgesetzt und novellieren damit gleichzeitig das bisher geltende Abfallrecht in Deutschland. Hauptanliegen des KrWG ist eine höhere Berücksichtigung des Umweltschutzes im Zusammenhang mit der Entsorgung von Abfällen. Die ehemals dreistufige Abfallhierarchie „Vermeiden, verwerten, beseitigen“ wandelte sich in Konsequenz dessen z. B. in das fünfstufige Modell „Vermeidung, Vorbereitung zur Wiederverwendung, Recycling, sonstige Verwertung, Beseitigung“ um. Zudem bringt das KrWG eine einheitliche Terminologie mit sich und legt Definitionen im Rahmen des Abfallrechts fest. Das Handeln nach den Vorgaben des KrWG ist für Industrie, Handel und damit auch für Entsorgungsunternehmen verbindlich.

Lithium-Ionen-Batterien / Lithium-Ionen-Akkumulatoren

Lithium-Ionen-Batterien bzw. Akkumulatoren sind leistungsfähige Energiespeicher, die zumeist Einsatz in kleinen elektronischen und elektrischen Geräten finden. Wearables, Smartphones, Tablets, Digitalkameras und Notebooks sind in der Regel mit Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet. Im Bereich der Elektromobilität nehmen sie außerdem eine zentrale Rolle ein. Mit zwei Herausforderungen sehen sich Forschung und Industrie hierbei jedoch konfrontiert: einerseits der Ausdauer bzw. Laufzeit von Batterien und andererseits der Sicherheit der Akkumulatoren. Beides steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Entsorgung gebrauchter Akkus. Ihre Lebensdauer ist auf eine bestimmte Anzahl von Ladezyklen begrenzt und ihre Leistungsfähigkeit reduziert sich schrittweise. Falsche Handhabung oder Entsorgung von Batterien birgt zudem das Risiko, dass gasförmige oder flüssige Stoffe austreten, die stark reizend, brennbar oder giftig sein können.

Lösungsmittel

Als Lösungsmittel werden (meist flüssige) Stoffe bezeichnet, die Gase, andere Flüssigkeiten oder Feststoffe lösen können, ohne dass dabei eine chemische Reaktion zwischen Lösungsmittel und gelöstem Stoff entsteht. Es ist auch möglich Stoffe mit Feststoffen zu lösen. Umgangssprachlich hat sich zudem der Begriff „Lösemittel“ etabliert. Dieser wird jedoch nicht als Fachterminus anerkannt. Obwohl das Lösungsmittel für die chemische Reaktion enorm wichtig ist, so ist sie nicht Teil des eigentlichen Vorgangs der chemischen Reaktion. Lösungsmittel übernehmen innerhalb chemischer Reaktionen Funktionen wie konvektiven Wärme- und Stofftransport, Stabilisierung von Übergangszuständen von Reaktionen und die Verdünnung zur Vermeidung von Nebenreaktionen.

Mantelverordnung

Die sogenannte Mantelverordnung dient zur Einführung einer Ersatzbaustoffverordnung, zur Neufassung der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung und zur Änderung der Deponieverordnung und der Gewerbeabfallverordnung. Zwei wichtige Ziele der Verordnung sind laut BMU [externer Link: https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Abfallwirtschaft/mantelv_entwurf_bf.pdf] „die im Sinne des § 6 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG), bestmögliche Verwertung von mineralischen Abfällen zu gewährleisten sowie die Anforderungen an die nachhaltige Sicherung und Wiederherstellung der Funktionen des Bodens im Sinne des § 1 des Bundes-Bodenschutzgesetzes (BBodSchG) näher zu bestimmen bzw. an den gegenwärtigen Stand der Erkenntnisse anzupassen.“

Mutterlaugen

Mutterlaugen bezeichnen Flüssigkeiten, aus denen sich ein vorher definierter Stoff in Form von Kristallen abgesetzt hat. Dieser Vorgang setzt eine Stoffreinigung durch Umkristallisation voraus. Die Abtrennung der Kristalle von der Mutterlauge erfolgt dabei durch Filtration oder Dekantieren. Dabei enthalten die Laugen oft Reste des auskristallisierten Stoffes und der ursprünglichen Verunreinigung. In einem Folgeschritt wird diese meist aus der Lösung gewonnen. Innerhalb technischer Verfahren werden anfallende Mutterlaugen wiederaufbereitet, um mithilfe des Prozesses eine möglichst große Rezyklatmenge zu gewinnen

NachwV (Nachweisverordnung)

Die Verordnung über die Nachweisführung bei der Entsorgung von Abfällen (NachwV) beinhaltet Vorschriften zur ordnungsgemäßen Entsorgung, Dokumentation sowie Überprüfung und Nachvollziehbarkeit des Entsorgungsvorgangs. Die am 1. Februar 2007 in Kraft getretene Regelung bezieht sich damit inhaltlich auf die Paragraphen 49 und 50 des KrWG, die die geltenden Register- und Nachweispflichten vorschreiben. Erzeuger, Besitzer, Sammler, Beförderer und Entsorger gefährlicher Abfälle sind grundsätzlich dazu verpflichtet, die ordnungsgemäße Entsorgung sowohl untereinander als auch gegenüber den zuständigen Behörden, nachzuweisen. Seit dem 1. April 2010 geschieht dies unter Anwendung des elektronischen Abfallnachweisverfahrens (eANV).

Organische Abfälle

Organische Abfälle sind umgangssprachlich als Biomüll oder Bioabfall bekannt. Sie entstammen Tieren oder Pflanzen und können mithilfe von Mikroorganismen, wie z. B. Lebewesen oder Enzymen, abgebaut werden. In Deutschland werden organische Abfälle in der Regel separat gesammelt und durch unterschiedliche Verfahren, wie bspw. Kompostierung oder Gärung, verwertet. Der daraus resultierende Kompost wird dann in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt, indem er erneut Einsatz in der Landwirtschaft und im Gartenbau findet. Menschliche Körperteile, Organe oder Blut finden in der Definition organischer Abfälle keine Berücksichtigung. Diese gelten als ethische oder pathologische Abfälle. Im Bereich der gefährlichen Abfälle ist dann von organischen Abfällen die Rede, wenn die zu definierenden Abfälle einen nicht unerheblichen Teil von Verbindungen der organischen Chemie aufweisen.

Platinmetalle

Platinmetalle oder auch Platinoide sind die Elemente der Gruppen 8 bis 10 der 5. und 6. Periode des Periodensystems der Elemente. Sie verstehen sich alle als Edelmetalle mit hohen Dichten und ähnlichen chemischen Eigenschaften. Platinmetalle werden in „leichte Platinmetalle“, wie z. B. Ruthenium, Rhodium und Palladium, sowie „schwere Platinmetalle“, wie z. B. Osmium, Iridium und Platin, unterteilt. Eingesetzt werden Platinmetalle in der industriellen Produktion, die u. a. Fahrzeughersteller beliefert. Die Edelmetalle finden außerdem Verwendung bei der Herstellung von Münzen.

Polyurethan

Polyurethane sind Kunstharze oder Kunststoffe, die aus einer Polyadditions-Reaktion von Diolen bzw. Polyolen mit Polyisocyanaten entstehen. Abhängig von ihrer Herstellungsweise können Polyurethane hart und spröde oder weich und elastisch sein. Damit sind sie ein Allrounder für die Produktion sämtlicher Konsumgüter. Das Spektrum reicht vom Einsatz des Kunststoffes in Matratzen, über die Verwendung in Kleidung, Möbeln und Elektrogeräten, bis hin zur Ausstattung von Raumanzügen für Astronauten. In aufgeschäumter Form kommt Polyurethan häufig als Schaumgummi oder Bauschaum vor.

POP-Abfälle

Als POP-Abfälle werden Abfälle bezeichnet, die persistente organische Schadstoffe („persistent organic pollutants“) beinhalten. Diese Schadstoffe sind nicht nur äußerst langlebig, sondern können sich sowohl in der Umwelt als auch in Mensch und Tier anreichern. Enthalten Abfälle persistent organische Schadstoffe, so müssen diese zerstört oder unumkehrbar umgewandelt werden, damit von ihnen kein Risiko mehr für Umwelt und Mensch ausgeht. Dafür finden spezielle Entsorgungsverfahren Anwendung, die strengen Richtlinien unterliegen. Die in Deutschland am häufigsten gewählten Methoden sind die Hochtemperaturverbrennung und die dauerhafte Ablagerung in Untertagedeponien.

POP-Verordnung

Persistente organische Stoffe (engl. „persistent organic pollutants“, auch POP-Stoffe) sind Stoffe, die lange Zeit in der Umwelt verbleiben, sich über die Nahrungsmittelkette anreichern und somit auch Mensch und Umwelt schädigen können. Die POP-Verordnung basiert auf dem Stockholmer Übereinkommen, das Staaten weltweit dazu verpflichtet die Herstellung, Verwendung, sowie den Import und Export bestimmter persistent organischer Stoffe zu verbieten oder zu beschränken. Ziel des Abkommens ist letztlich die Eliminierung solch gefährdender Stoffe. Seit dem 29. April 2004 werden die internationalen Vereinbarungen auch im europäischen Recht umgesetzt.

Post-Consumer-Waste

Der Begriff Post-Consumer-Waste beschreibt den Abfall, der vom Endverbraucher erzeugt wurde. Diese Produkte und Materialien haben ihren Zweck erfüllt, sind defekt oder überflüssig. Aus unterschiedlichen Gründen führt der Endverbraucher sie schließlich der Beseitigung oder Verwertung zu.

Pre-Consumer-Waste

Bei Pre-Consumer-Waste handelt es sich um ein Material oder ein Produkt, das entsorgt wurde, bevor es an den Verbraucher geliefert worden ist bzw. vom Verbraucher genutzt werden konnte. Es gibt demnach Abfallstoffe, die bei der Herstellung entstehen und auch von Beginn an in den Produktionsprozess einkalkuliert sein können. Pre-Consumer-Waste fällt daher meist in der verarbeitenden Industrie an und tritt bspw. in Form fehlerhafter Ausschussware auf. Verschnitte und Abfälle aus Papierproduktionen sind in diesem Zusammenhang ebenfalls häufig zu verzeichnen. Idealerweise findet anschließend eine Wiedereinführung dieser Produktionsabfälle in den Herstellungsprozess statt. Diese Rückführung gilt jedoch nicht als Recycling im herkömmlichen Sinne.

REACH (Europäische Chemikalienverordnung)

Die von der Europäischen Union erlassene Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe („Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals“) dient in erster Linie dem Schutz von Mensch und Umwelt. Im Fokus sind Chemikalien, die auf unterschiedliche Art und Weise Risiken darstellen oder Schäden verursachen können. Dies gilt für chemische Stoffe, die in der Industrie Anwendung finden ebenso wie für Produkte des Alltags (z. B. Reinigungsmittel, Farbe, Kleidung, Möbel etc.). Die REACH ist daher für nahezu alle europäischen Unternehmen relevant und verbindlich. Sie tragen die Verantwortung für die Identifizierung und Beherrschung der in der EU hergestellten Erzeugnisse.

Recyclingquote

Die Recyclingquote (od. Recyclingrate) gibt den Anteil der aus Abfall wiedergewonnenen und/oder verwerteten Rohstoffe an. Diese Roh- bzw. Wertstoffe können noch einmal in Sekundärbauteile, z. B. Türen oder Treppen, und Sekundärrohstoffe, z. B. Metalle, Glas oder Dämmstoffe, unterschieden werden. Bei der Berechnung von Recyclingquoten herrscht noch immer Uneinigkeit. In Variante A wird die Menge von produzierten Stoffen ins Verhältnis zu recycelten Abfällen derselben Stoffgruppe gesetzt. Bei Erzeugnissen mit langer Lebensdauer (z. B. Windräder) ist diese Berechnung jedoch nicht vollumfänglich aussagekräftig. In Variante B wird die Recyclingrate aus den anfallenden Abfallmengen im Verhältnis zur recycelten Menge berechnet. Nach diesem Muster berechnet auch das statistische Bundesamt die Recyclingquote. So sind auch diese Angaben nicht gänzlich repräsentativ, da gewisse Anteile und Mengen nicht berücksichtigt werden.

Rezyklate

Rezyklate sind aufbereitete Kunststoffe, die aus sogenannten Post-Consumer-Abfällen wiedergewonnen werden. Sie wurden demnach mindestens ein Mal nach Gebrauch im Haus- oder Gewerbeabfall entsorgt. Mithilfe eines mehrstufigen Produktionsprozesses werden Sekundärrohstoffe bzw. Rezyklate erzeugt und gelangen so in den Wirtschaftskreislauf zurück. Oftmals werden die verwerteten Stoffe in neue Erzeugnisse eingearbeitet, wodurch mit ihnen ähnliche oder sogar dieselben Ausgangsprodukte erneut hergestellt werden können.

Rücknahmesystem (z. B. GRS Batterien)

Rücknahmesysteme für Batterien, wie zum Beispiel das Gemeinsame Rücknahmesystem „GRS“, sind zentrale Sammelstellen für die Rückgabe genutzter, entleerter oder defekter Batterien. Das Ziel solcher Rücknahmesysteme ist die ordnungsgemäße und sichere Entsorgung von Batterien sowie die Verwertung und das Recycling der enthaltenen Stoffe und Materialien. So können beispielsweise Metalle wie Blei und Cadmium in den Stoffkreislauf zurückgelangen. Zu beachten ist, dass Batterien keinesfalls im Hausmüll zu entsorgen sind, da von ihnen vielfältige Gefahren und Risiken ausgehen.

Sekundärrohstoffe

Sekundärrohstoffe (auch Recyclingrohstoffe) werden aus entsorgten Gegenständen bzw. entsorgtem Material wiedergewonnen. Durch die Aufarbeitung von Abfall finden wichtige Rohstoffe so ihren Weg zurück in den Stoffkreislauf. Sie stehen damit im Gegensatz zu den sogenannten Primärrohstoffen, die direkt aus der Natur gewonnen werden. Der Begriff Recyclingrohstoff wird in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Abfall häufiger verwendet, da er eindeutiger ist und auf die Bezeichnung „sekundär“ verzichtet. Dieses Attribut ist negativ konnotiert, weshalb Sekundärrohstoffe mitunter fälschlicherweise als minderwertig verstanden werden könnten. Das (mehrfache) Recycling von Altglas und Altpapier bspw. ist heute durch bewährte Verfahren unter meist geringem Energieaufwand unkompliziert. Weitaus komplexer ist die Rückgewinnung von Gefahrstoffen. Hierfür wurden und werden immer neue Technologien entwickelt, die auch gefährliche Abfälle verwertbar machen.

Sondermüll / Sonderabfall

Als Sondermüll oder Sonderabfall gelten Abfälle, die durch Verbraucherinnen und Verbraucher nicht dem in Deutschland gültigen System der Abfalltrennung zugeordnet werden können. Die Begriffe Sondermüll und Sonderabfall finden umgangssprachlich Verwendung und werden meist synonym für den fachlich korrekten Ausdruck „gefährlicher Abfall“ eingesetzt. Die Entsorgung dieser Abfälle bedingt in der Regel einer gesonderten Verwertung bzw. Entsorgung, die meist durch eigens von den Kommunen eingerichtete Sammelstellen organisiert ist.

Sperrmüll

Nicht mehr genutzte oder gebrauchte Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände aus privaten Haushalten, die so groß und sperrig sind, dass sie nicht in die herkömmlichen, genormten Restabfallbehälter passen, werden als Sperrmüll bezeichnet. Dazu gehören u.a. Möbel, Matratzen, Fußbodenbeläge, Teppiche, Fahrräder oder Lampen. Autowracks, Kfz-Zubehörteile oder Teile, die fest mit Gebäuden oder sonstigen Bauwerken verbunden waren, sind nicht dem Sperrmüll zuzuordnen.

Störstoff

Für jede Abfallart gibt es in Deutschland ein entsprechendes Entsorgungsangebot. Störstoffe werden solche genannt, die die Entsorgung des enthaltenen Materials aufwendig machen und die Weiterverarbeitung stören. Nicht kompostierbare Stoffe wie Glas, Plastik, Dosen, Speiseöle oder Windeln sind Störstoffe in Bioabfall. Auch vermeintlich kompostierbare Plastiktüten gelten dabei als Störstoff, da sie sich nicht schnell genug zersetzen. Die Rottezeit liegt weit über der des normalen Biomülls. Biologischer Abfall, der in Plastiktüten gesammelt wurde, wird also generell als Störstoff aussortiert, unabhängig von kompostierbarem und nicht kompostierbarem Plastik.

TRGS

Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) dienen dazu, den Stand der Technik, der Arbeitsmedizin und der Arbeitshygiene für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen wiederzugeben. Der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) stellt diese Richtlinien auf, entwickelt sie stetig weiter und passt sie an aktuelle Gegebenheiten an. Eine offizielle Bekanntmachung der TRGS erfolgt anschließend durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Im Technischen Regelwerk werden die vom Ausschluss für Gefahrstoffe beschlossenen Regeln und Erkenntnisse beschrieben.

Verwertung

Der Begriff Verwertung (od. umgangssprachl. häufig „Wiederverwertung“) bezeichnet die Rückführung von Stoffen bzw. Energien in den Stoff- oder Energiekreislauf sowie die Gewinnung von Rohstoffen aus Abfällen. Er wird also sinngleich gesetzt mit dem Begriff des Recyclings. Hierbei werden zwei Arten der Verwertungstechnik unterschieden. Zum einen die (werk-)stoffliche und zum anderen die rohstoffliche Verwertung, die auch als chemische oder energetische Verwertung bekannt ist. Bei der (werk-)stofflichen Verwertung wird der Abfall als Wertstoff für ein neues Produkt genutzt (z. B. Glas, Recyclingpapier usw.). Rostoffliches Recycling hingegen entspricht der Substitution von Rostoffen durch (aufbereitete) Abfälle oder von Primärenergieträgern.

WEEE-Richtlinie

Die WEEE-Richtlinie (auch Elektro(nik)altgeräte-Richtlinie) enthält Sammelziele und spezifische Recycling- und Verwertungsquoten. Seit 2006 ist Deutschland gegenüber der EU-Kommission verpflichtet über die Einhaltung dieser Quoten zu berichten. Seit 2016 gibt die WEEE relative Sammelquoten vor. Der Wert beträgt 45 % des Durchschnittsgewichts der in den drei Vorjahren in Verkehr gebrachten Elektro(nik)geräte. Ab 2019 müssen 65 % gesammelt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es wichtig, die sogenannten Haushaltsgroßgeräte wie Waschmaschinen und Kühlschränke, aber auch Fernseher und Monitore besser zu erfassen. Durch das große Gewicht dieser Geräte tragen sie besonders stark zur gewichtsbezogenen Sammelquote bei.

Wiederverwendung

Der Prozess der Wiederverwendung beschreibt einen Vorgang, bei dem ein noch brauchbarer Gegenstand einem anderen Zweck zugute kommt und weiterhin genutzt wird. Dies wird auch als Re-Use bezeichnet. Eine größere Häufigkeit von Wiederverwendungen bringt auch ökologische Vorteile. Die Einsparungen von CO2 sind klar erkennbar, u. a. bei Möbeln und Büchern. Die Wiederverwendung schont nicht nur Ressourcen, sondern erzeugt auch weniger Abfall.

ZKS-Abfall

Die Zentrale Koordinierungsstelle (ZKS-Abfall) ist eine Einrichtung zur technischen Umsetzung des elektronischen Abfallnachweisverfahrens (eANV). Durch sie wird der länderübergreifende, bundesweit einheitliche Datenaustausch ermöglicht. Um als Unternehmen bei der ZKS-Abfall teilzunehmen, muss eine Registrierung erfolgen. Pro Jahr werden voraussichtlich 150.000 Entsorgungsnachweise, 14 Millionen Übernahmescheine und drei Millionen Begleitscheine bearbeitet und versendet. Die ZKS-Abfall besteht aus dem Web-Portal, dem Länder-eANV und der virtuellen Poststelle.