Bis Ende 2022 soll es über 100 Wasserstofftankstellen in Deutschland geben
Bis Ende 2022 soll es über 100 Wasserstofftankstellen in Deutschland geben
Foto: Krumbholz (H2 MOBILITY)

Wasserstoffmobilität Ausbau von Wasserstofftankstellen in Deutschland

Wasserstoffinfrastruktur wächst nur schleppend – der aktuelle Stand

Mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellen sind in Deutschland neben der reinen Elektromobilität eine erklärte Schlüsseltechnologie der Energie- und Mobilitätswende. Während allerdings der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge langsam Fahrt aufnimmt, sind Wasserstofftankstellen bislang noch dünn gesät. Aktuell gibt es deutschlandweit 91 Tankstellen – genauso viele wie auch im gesamten vergangenen Jahr. Immerhin: Das sind fast dreimal so viele wie im ganzen restlichen Europa zusammen (37). Derzeit stehen überdies elf Stationen kurz vor der Inbetriebnahme oder laufen im Probebetrieb. Drei weitere befinden sich zudem noch in der Planungs- bzw. Ausführungsphase. Bis Ende des Jahres soll somit laut dem Wasserstofftankstellenbetreiber H2 Mobility die 100 überschritten werden.

Verglichen mit E-Ladestationen ist das eine extrem niedrige Zahl. Diese stiegen allein im ersten Quartal 2022 um fast 1.900 auf 27.913 Ladesäulen (Q4 2021: 26.048). Ein Grund für dieses Ungleichgewicht liegt gewiss in der sehr viel schlechteren Energieeffizienz brennstoffbetriebener Fahrzeuge von nur 22 Prozent im Vergleich zu 73 Prozent bei E-Fahrzeugen. Laut Umweltbundesamt ist zudem ein „Mittelklasse-Pkw mit Brennstoffzelle inklusive Fahrzeugherstellung, -entsorgung und Nutzung rund 75 Prozent klimaschädlicher als ein vergleichbares batterieelektrisches Auto“. Nichtsdestotrotz hat auch die Wasserstoffbrennzelle durchaus ihre Vorteile gegenüber dem reinen Akkubetrieb. Brennstoffzellenfahrzeuge können sehr viel schneller betankt werden und kommen aufgrund der höheren Energiedichte von Wasserstoff im Vergleich zu Akkus auf eine höhere Reichweite, was sie insbesondere für Langstrecken interessant macht.

Ein weiterer Grund für den langsamen Ausbau liegt möglicherweise darin, dass auch die Automobilbranche im Autoland Deutschland nicht so richtig von der Technologie überzeugt zu sein scheint. Das einzige deutsche Modell – der Mercedes-Benz GLC F-Cell – wurde inzwischen wieder vom Markt genommen – wegen Schwächen gegenüber neueren E-Autos und der ausländischen Wasserstoffkonkurrenz, insbesondere bei der Reichweite. Die Wasserstoffautos auf deutschen Straßen stammen daher momentan von Toyota, Hyundai, Honda, Citroën oder auch Peugeot. Doch sind die verfügbaren Pkw-Modelle mit Preisen ab knapp 60.000 Euro wohl auch noch zu teuer, um eine breite Nutzung zu erfahren. Im Moment ist die Wasserstoffmobilität daher noch weitestgehend eine Angelegenheit der öffentlichen Hand. So finden sich die etwa 1.000 zugelassenen mit Wasserstoffbrennstoffzellen betriebenen Fahrzeuge in Deutschland hauptsächlich in den Fuhrparks des ÖPNV oder anderen öffentlichen bzw. teilöffentlichen Betrieben wie etwa kommunalen Entsorgern.

Quellen

Alle Angaben ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit