Altgerätetag in Leipzig: Parlamentarische Staatssekretärin im BMUV Dr. Bettina Hoffmann und bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock im Gespräch
Altgerätetag in Leipzig: Parlamentarische Staatssekretärin im BMUV Dr. Bettina Hoffmann und bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock im Gespräch
Foto: Sonderabfallwissen

bvse-Branchenforum Elektro-Altgeräte als wichtige Rohstofflager für eine handlungsfähige Wirtschaft

Appell des Verbands geht an Politik und Hersteller

Der Fachverbandsvorsitzende des bvse e. V., Bernhard Jehle, formulierte gleich zu Anfang der Veranstaltung einen wichtigen Aufruf an die Hersteller: „Finden Sie bitte gemeinsam mit uns Entsorgern Lösungen, gerade für den Einsatz von Recylaten bei der Produktion von Elektro(nik)-Geräten, auch wenn es erstmal in kleinen Mengen geschieht.“

Viele Themen des 20. Elektro(nik)-Altgeräte-Tages am 27. April in Leipzig standen unter dem Motto „Wertvolle Rohstoffe müssen zurück in den Kreislauf!“. Grundlage dafür seien aber verlässliche Rahmenbedingungen, gerade bei einem Ausbau der erweiterten Herstellerverantwortung. Gesetzliche Impulse für die meisten Entwicklungen müssten von der Regierung kommen.

Gegenüber der Parlamentarischen Staatssekretärin im BMUV, Dr. Bettina Hoffmann, betonte bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock vor den 150 Teilnehmern des bvse-Branchenforums: „Europa muss unabhängiger von Rohstoffimporten werden. Diese Erkenntnis ist nicht neu, wird aber durch die aktuellen Ereignisse greifbarer denn je.“

Eine weitere Forderung des Verbands galt der Pfandpflicht von Lithiumionen-Batterien (LIO) und damit einer Förderung der Rückgabe durch Verbraucher an Hersteller, die sich innerhalb der EU allerdings noch bis Ende 2025 mit einer entsprechenden Durchführbarkeitsstudie in Prüfung befindet. Aber die Zeit drängt, denn auch in den deutschen Behandlungsanlagen kommt es vermehrt zu Bränden aufgrund nicht korrekt entsorgter Akkus, vor allem in Siedlungsabfällen.

Noch weigert sich die produzierende Industrie, die Entnehmbarkeit der LIOs voranzutreiben. Zwar enthält das neue ElektroG3 bereits einige Punkte in die richtige Richtung, aber es müsse laut Verband Tempo in die Sache gebracht werden, um sowohl Gefahr von Mensch und Umwelt abzuwenden als auch den Klimaschutz voranzutreiben.

Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e. V. vertritt rund 980 mittelständisch geprägte Unternehmen der Sekundärrohstoff-, Recycling- und Entsorgungswirtschaft. Damit ist der bvse der mitgliederstärkste Branchenverband in Deutschland und Europa.

Quellen

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