Erstes Recycling-Kaufhaus der Welt zieht positive Bilanz (Foto: Lina Östling)
Neben Geschäften beherbergt das schwedische Recycling-Kaufhaus auch Räumlichkeiten für Events, Workshops und Vorträge.
Foto: Lina Östling

Branche Erstes Recycling-Kaufhaus der Welt zieht positive Bilanz

Im Geschäftsjahr 2018 erwirtschaftete die nachhaltige Shopping-Mall „ReTuna“ 1,1 Mio. Euro

Die schwedische Stadt Eskilstuna betreibt seit 2015 das erste Recycling-Kaufhaus der Welt. Auf zwei Etagen und in insgesamt 14 Läden bietet „ReTuna“ ein breites Sortiment an Kleidung, Möbeln und Einrichtungsgegenständen, Spielsachen, Elektrogeräten und vielem mehr. Das besondere an den Waren: Alle stammen aus der örtlichen Wertstoffsammlung. Was noch brauchbar ist, wird von Mitarbeitern der Sammelstelle aussortiert und den Ladenbesitzern zur Verfügung gestellt. Diese entscheiden dann, was nach Reparatur oder Upcycling in die Shops und damit zurück in den Verkauf geht.

Seinen Ursprung hat das nachhaltige Kaufhauskonzept in Anstrengungen der Stadt, ihr Abfallaufkommen deutlich zu reduzieren und Rohstoffe der Wiederverwendung zuzuführen. Mithilfe einer 3,7 Mio. Euro schweren Investition des städtischen Unternehmens Energi & Miljö in die Wertstoffsammelstelle und das Einkaufszentrum konnte die Idee im Jahr 2015 umgesetzt werden. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Schon im dritten Geschäftsjahr wirtschaftet das Recycling-Kaufhaus rentabel. 1,1 Mio. Euro Umsatz, verzeichnete Geschäftsführerin Anna Bergström für 2018. Täglich kommen zwischen 700 und 1.000 Besucher.

Neben den Geschäften beherbergt das Einkaufszentrum zusätzlich ein Café, ein Restaurant sowie Räumlichkeiten für Events, Workshops und Vorträge rund um die Themen Nachhaltigkeit und Recycling. Außerdem können Unternehmen Flächen für klimafreundliche Meetings nutzen.

Schweden setzt seit Jahren auf nachhaltige Rohstoffkreisläufe. Über 99 % der Haushaltsabfälle werden verwertet. Zudem hat sich das Land verpflichtet, bis 2045 seinen Netto-Ausstoß von Treibhausgasen auf Null zu reduzieren.

Quellen

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