Prägen in immer mehr Städten das Stadtbild: E-Scooter. Doch wie ist die Umweltbilanz der beliebten Tretroller?
Prägen in immer mehr Städten das Stadtbild: E-Scooter. Doch wie ist die Umweltbilanz der beliebten Tretroller?
Foto: Vikki (iStock)

Elektromobilität Umweltbilanz von E-Scootern im Sharingbetrieb erforscht

Studie zeigt Potenziale für umweltfreundliche Mobilität durch E-Scooter auf

Medial begleitete Ereignisse wie die aufwendige Bergung und Entsorgung von E-Scootern aus dem Kölner Rheinauhafen Anfang September befeuern die kontroverse Debatte um die Klimabilanz der inzwischen sehr beliebten Leih-Roller immer wieder aufs Neue. Eine aktuelle Studie der dena (Deutsche Energie-Agentur) in Zusammenarbeit mit der Hochschule Bochum kommt jedoch zu dem Ergebnis: Mit weiteren Optimierungen können E-Scooter im Sharingbetrieb die Mobilität in Städten umweltverträglicher machen. Vorteile lägen in der hohen Energieeffizienz in der Nutzungsphase, der Reduktion von Lärm wie auch der vom Individualverkehr eingenommenen Fläche sowie der Eignung als Last-Mile-Verkehrsmittel.

Die Autoren untersuchten die Umweltbilanz von E-Scooter-Sharingdiensten am Beispiel Berlin und resümieren: Während E-Scooter zum Markteintritt im Jahr 2019 noch ein sehr hohes Treibhauspotenzial und vor allem keine bessere Treibhausgasbilanz als Pkw aufwiesen (197 g CO2 Äq./Pkm), könnten E-Scooter nach dem innovativsten Szenario künftig eine geringere Umweltbelastung als ein Pkw, elektrifizierte Motorroller und der öffentliche Personennahverkehr aufweisen (59 g CO2 Äq./Pkm).

Um Treibhausgasemissionen zu reduzieren, könnten insbesondere eine Senkung der Emissionen in der Produktion durch Sekundärmaterialien, die Steigerung der Lebensdauer durch modulares und robustes Design, die Verwendung von Wechselbatterien und der Einsatz von elektrifizierten Fahrzeugen zur Sammlung und Wartung beitragen. Weiterhin empfehlen die Autoren, den Gebietsradius, in dem die E-Scooter im Sharingbetrieb genutzt werden, zu vergrößern sowie eine dezentrale Ladeinfraksturktur aufzubauen. Dementsprechend seien strengere Vorgaben für Flottenanbieter bedeutsam.

Um die Lebensdauer von E-Scootern zu erhöhen, empfiehlt die dena-Studie auch zusätzliche Vandalismus-Maßnahmen. Wie diese aussehen können, zeigen die jüngst von der Plattform Shared Mobility – ein Zusammenschuss von zehn führenden urbanen Mobilitätsanbietern – und der Stadt Köln beschlossenen Maßnahmen. Neben verbesserten Kontaktmöglichkeiten bei nicht ordnungsgemäß abgestellten Rollern und einer Prämie zur Überführung von Vandalismus soll u. a. um alle Gewässer in der Stadt eine Parkverbotszone von mindestens 30 Metern gelten – um zu verhindern, dass in Gewässernähe abgestellte Scooter Ziel von Vandalismus werden. Für die Bergung und Entsorgung von bereits in Gewässern befindlichen E-Rollern will Shared Mobility mit Sonarschiffen mit Fächerecholot, Bautauchern und fachgerechtem Recycling reagieren.

Aufgrund der verbauten Lithium-Ionen-Akkus und damit einhergehenden potenziellen Brandgefahr müssen Abfalltransport und Recycling oft unter hohen, auch gesetzlich fixierten Sicherheitsbedingungen erfolgen.

Quellen

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